PKV für Beamte nach Beruf: Warum Polizist, Lehrer und Richter nicht denselben Tarif brauchen
Beamte bekommen Beihilfe oder Heilfürsorge vom Dienstherrn und versichern den Rest privat. Wie groß dieser Rest ist und welcher Tarif passt, hängt von Ihrem Beruf, Ihrem Dienstherrn und Ihrer Laufbahnphase ab. Welche Regel für Sie gilt, sehen Sie unten, sortiert nach Beruf und nach Dienstherr.
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Der PKV-Beitrag hängt nicht vom Beamtenberuf ab. Der Beruf entscheidet aber, ob Sie Beihilfe oder Heilfürsorge erhalten, welches Beihilferecht gilt und ob Sie eine Anwartschaftsversicherung brauchen. Lehrer, Richter und Professoren sind typischerweise beihilfeberechtigt, Polizei, Berufsfeuerwehr und Soldaten erhalten im aktiven Dienst häufig Heilfürsorge.
Ein Irrtum, der Beamte viel Geld kostet
„Beamte sind alle gleich versichert.“ Diesen Satz hören wir in der Beratung erstaunlich oft. Er ist schlicht falsch. Eine Studienrätin in Baden-Württemberg, ein Bundespolizist und ein Richter in Nordrhein-Westfalen haben drei völlig verschiedene Ausgangslagen. Die eine braucht eine Restkostenversicherung für die Hälfte ihrer Krankheitskosten, der andere im aktiven Dienst gar keine, der dritte eine, die zu einem Beihilferecht mit ganz eigenen Regeln passt.
Machen wir es konkret. Eine Arztrechnung über 1.000 Euro: Bei der Studienrätin zahlt die Beihilfe 500 Euro, ihre PKV die anderen 500. Beim Bundespolizisten im aktiven Dienst übernimmt der Dienstherr die Behandlung über die Heilfürsorge, eine PKV braucht er dafür nicht. Gleiche Rechnung, zwei völlig verschiedene Welten.
Wir beraten Beamte aller Laufbahnen seit Jahrzehnten, persönlich in Karlsruhe und Landau oder per Video in ganz Deutschland. Wählen Sie unten Ihre Gruppe, oder springen Sie direkt zu Ihrem Bundesland.
Ihre Beamtengruppe, Ihr Ratgeber
In jedem Ratgeber geht es um die Fragen, die uns Beamte dieser Gruppe tatsächlich stellen. Nicht um Lehrbuchwissen.
Beamtengruppen im Vergleich: Beihilfe, Heilfürsorge und Stolperfallen
Die folgende Übersicht zeigt, wie unterschiedlich die Ausgangslage je nach Beruf ist. Sie ist bewusst vereinfacht, denn die Details regelt jeder Dienstherr selbst.
| Beamtengruppe | Absicherung im aktiven Dienst | Typische Stolperfalle |
|---|---|---|
| Lehrer | Beihilfe des Landes, aktiv meist 50 Prozent | Die Tarifwahl im Referendariat prägt die nächsten Jahrzehnte, ein Wechsel des Bundeslands ändert das Beihilferecht |
| Polizei (Land und Bund) | Bundespolizei und die meisten Länder: Heilfürsorge, einige Länder: Beihilfe | Ohne Anwartschaftsversicherung droht zur Pension eine neue Gesundheitsprüfung mit allen Diagnosen aus dem Dienst |
| Berufsfeuerwehr | Je nach Land Heilfürsorge oder Beihilfe | Wie bei der Polizei: Anwartschaft früh sichern, Familie separat versichern |
| Zeit- und Berufssoldaten | Unentgeltliche truppenärztliche Versorgung | Nach der Dienstzeit gilt wieder das normale Versicherungsrecht, ohne Anwartschaft wird es teuer |
| Richter und Staatsanwälte | Beihilfe von Land oder Bund | Verbeamtung oft erst Anfang 30: höheres Eintrittsalter, längere Gesundheitshistorie |
| Justizvollzug | Beihilfe nach Landesrecht | Belastender Schichtdienst: Dienstunfähigkeit gleich mit absichern |
| Zoll | Beihilfe nach Bundesrecht | Bundesweite Versetzungen, aber gleiches Beihilferecht, das ist ein Vorteil |
| Professoren | Beihilfe des Landes | Verbeamtung häufig mit 40 plus: höheres Eintrittsalter, Gesundheitsfragen vorab anonym klären |
| Akademische Räte | Beihilfe des Landes | Beim Rat auf Zeit klären, was nach Ablauf mit der Versicherung passiert |
| Ministerialbeamte | Beihilfe von Bund oder Land | Wechsel zwischen Bund und Land ändert Bemessungssätze und Leistungskatalog |
| Kommunalbeamte | Beihilfe nach Landesrecht, abgewickelt oft über eine kommunale Versorgungskasse | Die Beihilfestelle ist nicht das Land, sondern Stadt, Kreis oder Versorgungskasse |
| Auswärtiger Dienst | Beihilfe nach Bundesrecht | Auslandsposten: Der Tarif muss weltweit ohne zeitliche Begrenzung leisten |
| Kirchenbeamte und Vikare | Kirchliche Beihilfe nach eigenen Regeln | Regeln der Landeskirche oder des Bistums weichen teils vom staatlichen Recht ab |
| Anwärter und Referendare | Beihilfe, in der Regel 50 Prozent | Rechtsreferendare sind in vielen Ländern nicht mehr verbeamtet und haben dann keinen Beihilfeanspruch |
Polizei, Feuerwehr, Soldaten: Heilfürsorge ist kein Freifahrtschein
Heilfürsorge klingt nach Rundum-sorglos-Paket, und im aktiven Dienst ist sie das auch. Der Dienstherr übernimmt die Behandlungskosten, eine private Krankenversicherung brauchen Sie dafür nicht. Das Problem kommt später. Mit der Pension endet die Heilfürsorge, und Sie wechseln in die Beihilfe. Ab diesem Tag brauchen Sie eine private Restkostenversicherung.
Und dann stellt der Versicherer Gesundheitsfragen. Nach 30 oder 40 Jahren im Streifendienst, mit Knieproblemen, Rückenbeschwerden und einem Hörschaden vom Schießtraining, wird das eine unangenehme Überraschung. Im schlimmsten Fall folgen hohe Zuschläge oder Ausschlüsse, genau dann, wenn das Einkommen sinkt.
Kleine oder große Anwartschaft?
Die Lösung heißt Anwartschaftsversicherung. Sie reservieren sich heute einen PKV-Tarif für den Tag, an dem die Heilfürsorge endet. Bleibt die Frage: klein oder groß?
- Kleine Anwartschaft: Sie friert Ihren Gesundheitszustand ein. Später gibt es keine neue Gesundheitsprüfung, der Beitrag wird aber nach dem Alter bei Aktivierung berechnet. Sie kostet oft nur etwa 5 bis 10 Prozent des späteren Tarifbeitrags.
- Große Anwartschaft: Sie sichert zusätzlich Ihr heutiges Eintrittsalter und baut Alterungsrückstellungen auf. Sie ist deutlich teurer, senkt aber den Beitrag ab der Pension spürbar.
Unsere Faustregel: Je länger die Heilfürsorge noch läuft, desto eher lohnt sich die große. Für den Polizeikommissar mit 28 und über 30 Dienstjahren vor sich rechnet sich das meistens. Für den Zeitsoldaten mit vier Jahren Verpflichtung reicht oft die kleine. Die Details, inklusive Rechenbeispiel aus unserer Beratung, erklären wir im Ratgeber Kleine und große Anwartschaft in der PKV.
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Mehr InformationenHeilfürsorge und trotzdem Privatpatient
Heilfürsorge bedeutet Versorgung ungefähr auf Kassenniveau. Wer im Krankenhaus Chefarzt und Zweibettzimmer möchte oder beim Zahnersatz mehr als die Grundversorgung, braucht einen Zusatztarif. Mehrere Versicherer bieten dafür spezielle Ergänzungstarife für Heilfürsorgeberechtigte an, die sich oft mit der Anwartschaft beim selben Versicherer kombinieren lassen. So sind Sie schon im aktiven Dienst in wichtigen Bereichen Privatpatient und haben den Weg in die volle PKV zur Pension bereits gesichert.
Welche Bausteine es gibt, lesen Sie unter Krankenhauszusatzversicherung und Zusatzversicherung für Heilpraktiker, Sehhilfen und Vorsorge.
Vergessen Sie die Familie nicht: Ehepartner und Kinder fallen nicht unter Ihre Heilfürsorge. Sie sind in der Regel beihilfeberechtigt und brauchen eine eigene Restkostenversicherung.
Spät verbeamtet? Dann zählt die Vorbereitung
Professoren, Richter und Quereinsteiger werden oft erst mit Mitte 30 oder deutlich später verbeamtet. Bis dahin hat sich einiges an Arztbesuchen angesammelt, und jeder davon kann in den Gesundheitsfragen auftauchen. Wer dann unvorbereitet einen Antrag stellt und abgelehnt wird, hat ein Problem: Die Ablehnung muss er bei jedem weiteren Versicherer angeben.
Deshalb stellen wir bei spät Verbeamteten grundsätzlich zuerst eine anonyme Risikovoranfrage. Mehrere Versicherer prüfen Ihren Fall ohne Namen, und erst wenn klar ist, wer Sie zu welchen Konditionen nimmt, geht ein echter Antrag raus. Das kostet ein paar Wochen Zeit. Planen Sie die also ein, am besten schon, bevor die Ernennungsurkunde kommt.
Vom Anwärter bis zur Pension: was sich in jeder Phase ändert
Was mit 25 im Referendariat passt, passt mit 45 und drei Kindern nicht mehr unbedingt. Und wer als Referendar den falschen Ausbildungstarif wählt, merkt das oft erst Jahre später: dann, wenn die Umstellung in den Normaltarif plötzlich eine neue Gesundheitsprüfung verlangt. Ärgerlich. Und vermeidbar.
| Phase | Beihilfe (typisch) | Tarif | Was jetzt wichtig ist |
|---|---|---|---|
| Anwärter, Referendar (Beamter auf Widerruf) | 50 Prozent | Ausbildungstarif, deutlich günstiger | Garantiertes Umstellungsrecht in den Normaltarif ohne neue Gesundheitsprüfung |
| Beamter auf Probe | 50 Prozent, mit Kindern je nach Dienstherr mehr | Normaltarif als Restkostenversicherung | Beihilfelücken schließen, Dienstunfähigkeit absichern |
| Beamter auf Lebenszeit | 50 Prozent, mit Kindern je nach Dienstherr mehr | Normaltarif, Beitragsentlastung prüfen | Tarif bei Familienzuwachs und Beförderung anpassen |
| Ruhestand | In der Regel 70 Prozent | Restkostenversicherung sinkt auf rund 30 Prozent | Versicherungsumfang anpassen, Beitrag sinkt entsprechend |
Für den Start haben wir den Dienstanfänger-Konfigurator gebaut. Er zeigt in wenigen Klicks, welche Versicherungen Sie als Anwärter oder Referendar wirklich brauchen.
Alle Ratgeber nach Beamtengruppe
Zu vielen Gruppen haben wir mehr als einen Beitrag geschrieben: Grundlagen, Kosten, Strategien für einzelne Laufbahnen. Damit Sie nicht suchen müssen, steht hier alles auf einen Blick.
Lehrer und Lehramtsanwärter
- PKV für Lehrer und Lehramtsanwärter
- PKV für Lehramtsanwärter
- Lehramtsanwärter: worauf es ankommt
- Strategien für alle Schulformen und Länder
- Was die PKV für Lehrer kostet
- Vergleich für Lehrer im Referendariat
- Anwartschaft oder Optionstarif fürs Lehramtsstudium
- Lehrerberatung Baden-Württemberg
- Unsere Lehrerberatung
- Versicherungen für Lehrer und Referendare
- Beratung für GEW-Mitglieder
- Dienstunfähigkeit als Lehrer
Justiz
Hochschule und Wissenschaft
Ministerien, Verwaltung, Bund
Heilfürsorge: Polizei, Feuerwehr, Soldaten
Kirche
Beihilfe und PKV nach Bundesland: Beamte, Anwärter und Referendare
Beihilferecht ist Sache des Dienstherrn. Ein Tarif, der in Bayern perfekt passt, kann in Hessen Lücken haben. Deshalb gibt es für jedes Land und den Bund einen eigenen Ratgeber, getrennt nach Beamten und nach Anwärtern und Referendaren.
Einen Überblick über alle Regelwerke finden Sie unter Beihilfevorschriften des Bundes und der Länder.
Versicherer für Beamte: unsere Ratgeber
Die folgenden Analysen helfen bei der Einordnung einzelner Anbieter. Welcher Versicherer für Sie passt, hängt von Ihrem Dienstherrn, Ihrem Bemessungssatz und Ihrer Gesundheit ab, nicht vom Werbebudget.
| Versicherer | Unsere Ratgeber für Beamte |
|---|---|
| Alte Oldenburger | PKV für Beamte, Beamte und Referendare |
| Barmenia (Gothaer Barmenia) | PKV für Beamte, Beamte und Referendare |
| BBKK (Versicherungskammer Bayern) | Beamte und Referendare |
| Concordia | Beamte und Anwärter |
| DBV | Beamte und Referendare |
| Debeka | Debeka für Beamte im Check |
| HUK-Coburg | HUK für Beamte im Check |
| R+V | Beamte und Referendare |
| Signal Iduna | PKV für Beamte |



Warum Beamte zu uns kommen
Festgehalt statt Provision
Wir erhalten wie jeder Makler eine Courtage. Unsere Berater bekommen aber ein festes Gehalt, egal welchen Tarif Sie wählen.
Beihilfe aller Dienstherren
Bund und alle 16 Länder: Wir stimmen Ihren Tarif auf genau Ihr Beihilferecht ab.
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Digital und persönlich
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„Beamte bekommen vom Dienstherrn viel geschenkt. Aber nur, wenn der private Teil dazu passt. Wir sorgen dafür, dass kluge Menschen keine dummen Versicherungen abschließen.“
Bernd Krause, Geschäftsführer und Vorsorgespezialist, Der Fairsicherungsladen GmbH. Autor von „Der Finanzplaner für Akademiker“. Mehr über Bernd Krause und das Team.
Laufbahn-Check: passt Ihre PKV zu Ihrem Dienstherrn?
Schreiben Sie uns Beruf, Dienstherr und Laufbahnphase. Wir prüfen, ob Beihilfe oder Heilfürsorge gilt, welche Tarifbausteine Sie brauchen und ob eine Anwartschaft für Sie ein Thema ist. Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden an Werktagen.
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Lieber per E-Mail? Laufbahn-Check mit vorbereiteter Vorlage an anfrage@fair-ka.de senden. Gesundheitsangaben bitte nicht per E-Mail, die besprechen wir im Termin.
Häufige Fragen zur PKV für Beamte nach Beruf
Nein, jedenfalls nicht direkt. Anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung spielt die Berufsbezeichnung für den PKV-Beitrag keine Rolle. Der Beruf entscheidet aber über alles drumherum: Beihilfe oder Heilfürsorge, welcher Dienstherr zuständig ist, wie hoch der Bemessungssatz ist und ob Sie eine Anwartschaftsversicherung brauchen. Und genau das bestimmt, welchen Tarif Sie überhaupt benötigen.
Das hängt vom Dienstherrn ab. Die Bundespolizei und die Polizei der meisten Länder erhalten im aktiven Dienst Heilfürsorge, einige Länder arbeiten stattdessen mit Beihilfe. Spätestens mit der Pension wechseln Polizeibeamte in die Beihilfe und brauchen dann eine private Restkostenversicherung.
Mit einer Anwartschaftsversicherung reservieren Sie sich einen PKV-Tarif für später. Bei der kleinen Anwartschaft wird Ihr Gesundheitszustand von heute gesichert, bei der großen zusätzlich Ihr heutiges Eintrittsalter. Sinnvoll ist das vor allem für Beamte mit Heilfürsorge, also Polizei, Feuerwehr und Soldaten, weil sie im aktiven Dienst keine PKV brauchen, zur Pension aber schon.
In vielen Ländern nicht mehr. Dort absolvieren Rechtsreferendare ihren Vorbereitungsdienst in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis und haben dann keinen Beihilfeanspruch. Andere Dienstherren verbeamten weiterhin auf Widerruf. Welche Regel für Sie gilt, steht in unseren Landesratgebern für Referendare.
Ihre PKV bleibt bestehen, mit allen Alterungsrückstellungen. Es ändert sich aber das Beihilferecht, weil ab dem Wechsel der neue Dienstherr zuständig ist. Bemessungssätze, Leistungskatalog und Wahlleistungen können abweichen. Deshalb sollten Sie Ihren Tarif beim Wechsel prüfen und gegebenenfalls Beihilfeergänzungen anpassen.
In der Regel 70 Prozent, sowohl beim Bund als auch in den meisten Ländern. Ihre private Restkostenversicherung sinkt dann auf rund 30 Prozent, und der Beitrag sinkt mit. Einzelne Dienstherren weichen ab, das prüfen wir für Ihr Land.
Weil er Ihnen mehr verspricht, als er halten kann. Für Beamte gibt es je nach Dienstherr, Bemessungssatz und Familienstand eine enorme Zahl an Tarifvarianten, und die ändern sich laufend. Öffentliche Rechner bilden das nur unvollständig ab. Wir arbeiten in der Beratung mit lizenzierten Vergleichsprogrammen und lesen die Bedingungen. Der Preis allein sagt bei Beamtentarifen wenig.
Weiterlesen: Ratgeber für Beamte
Ihr Beruf, Ihr Dienstherr, Ihr Tarif
Lassen Sie uns prüfen, ob Ihre Krankenversicherung zu Ihrer Laufbahn passt. Anbieterübergreifend, unverbindlich und mit Beratern auf Festgehalt.
Der Fairsicherungsladen GmbH | Waldstr. 65, 76133 Karlsruhe | Niederlassung Landau, Horstring 14

