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BU-Versicherung abschließen – aber richtig. Nicht einfach klicken.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung online abzuschließen dauert vielleicht 20 Minuten. Eine BU, die im Leistungsfall tatsächlich zahlt, braucht etwas mehr. Wer die Gesundheitsfragen falsch beantwortet, die falsche Rentehöhe wählt oder auf wichtige Klauseln verzichtet, hat einen Vertrag – aber möglicherweise keinen Schutz.

Das klingt dramatisch. Ist es aber nicht: Mit dem richtigen Vorgehen in vier Schritten ist der Abschluss einer BU-Versicherung strukturiert, sicher und ohne unangenehme Überraschungen. Was diese vier Schritte bedeuten – und warum die Reihenfolge entscheidend ist – erklären wir hier.

1
Rentehöhe bestimmen
Wie viel brauche ich wirklich?
2
Voranfrage stellen
Anonym, ohne Risiko
3
Vergleichen & Klauseln prüfen
Preis ist nicht alles
4
Antrag stellen
Vollständig und sicher
1
Wie hoch muss Ihre BU-Rente sein?

Die meisten Menschen unterschätzen ihre Einkommenslücke bei Berufsunfähigkeit erheblich. 1.000 € im Monat klingt zunächst nach etwas. Aber rechnen Sie: Miete oder Tilgung, Lebenshaltung, Krankenversicherung, Altersvorsorge – da bleibt nichts übrig. Die Faustregel lautet: 75–80 % Ihres Nettoeinkommens als BU-Rente ansetzen.

Warum so viel? Weil bei Berufsunfähigkeit alle laufenden Kosten weiterbestehen – aber das Einkommen wegfällt. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente springt in den meisten Fällen bei weniger als 500 €/Monat ein – und nur dann, wenn Sie weniger als 3 Stunden täglich irgendeinen Beruf ausüben können. Das hat mit Ihrer persönlichen Berufsunfähigkeit wenig zu tun.

Der Rechner unten zeigt Ihnen Ihre konkrete Lücke auf Basis Ihrer Angaben:

Oder nutzen Sie unsere BU-Risikoeinschätzung um zu sehen, wie hoch Ihr persönliches Risiko nach Beruf und Belastungsprofil ist.

2
Anonyme Risikovoranfrage – bevor Sie irgendetwas unterschreiben

Das ist der Schritt, den die meisten überspringen – und der die meisten Probleme verursacht. Wer direkt einen BU-Antrag stellt, lässt eine Ablehnung in der Versicherungsdatenbank registrieren. Diese ist für andere Versicherer sichtbar. Der nächste Antrag wird dadurch schwieriger.

Die Alternative: Anonyme Risikovoranfrage. Wir fragen mehrere Versicherer gleichzeitig an – ohne Ihren Namen, ohne Ihre Adresse. Die Versicherer prüfen Ihre Gesundheitsangaben und teilen mit, ob und zu welchen Konditionen sie annehmen würden. Keine Ablehnung wird dabei gespeichert. Kein Risiko für spätere Anträge.

Erst wenn Sie wissen, wer Sie zu welchen Bedingungen versichert, entscheiden Sie, bei welchem Versicherer Sie den richtigen Antrag stellen.

Aus der Beratungspraxis: Wir erleben regelmäßig, dass sich Interessenten an uns wenden, nachdem sie bereits selbst einen Antrag gestellt und Zuschäge, Ausschlüsse oder Ablehnungen erhalten haben. Dann rückwirkend zu korrigieren ist mühsam – und manchmal nicht mehr möglich. Die Voranfrage kostet ein paar Tage. Der falsche Antrag kann Sie Jahre kosten.

Für die Voranfrage benötigen wir Ihre Gesundheitshistorie möglichst vollständig – nicht aus Neugierde, sondern weil Vollständigkeit Sie schützt. Was bei der Antragstellung nicht angegeben wird, kann der Versicherer im Leistungsfall nachträglich ausschließen (§19 VVG). Auch vermeintlich harmlose Einträge zählen.

Gesundheitsfragebogen-Navigator: Was wird gefragt?

3
Vergleichen – aber nicht nur nach Preis

Versicherungsportale zeigen Ihnen einen Beitrag. Was sie nicht zeigen: ob die Bedingungen im Leistungsfall tragen. Eine BU zum günstigen Beitrag kann teuer werden, wenn die entscheidenden Klauseln fehlen oder unvorteilhaft formuliert sind.

Diese Klauseln sind entscheidend:

Pflicht
Verzicht auf abstrakte Verweisung
Ohne diese Klausel kann der Versicherer Sie auf irgendeinen anderen Beruf verweisen – auch wenn Sie diesen nie ausgeführt haben. Als Ingenieur müssten Sie dann nicht Ingenieur sein können, sondern nur irgendetwas.
Pflicht
Laufzeit bis 67
BU bis 60 oder 63 klingt günstiger. Aber die Jahre zwischen BU-Ende und Rentenbeginn müssen Sie selbst überbrücken – ohne Einkommen und ohne Rente. Das kostet mehr als der gesparte Beitrag.
Sehr empfohlen
AU-Klausel (Arbeitsunfähigkeitsklausel)
Zahlt bereits bei längerer Krankschreibung – ohne dass das 50%-Kriterium der Berufsunfähigkeit erfüllt sein muss. Besonders sinnvoll bei psychischen Erkrankungen, die selten von einem Tag auf den anderen als BU anerkannt werden.
Sehr empfohlen
Nachversicherungsgarantie
Ermöglicht Rentenehöhung ohne neue Gesundheitsprüfung bei definierten Ereignissen (Gehaltssprung, Heirat, Kindgeburt, Immobilienkauf). Wer jung und mit niedrigem Gehalt einsteigt, braucht diese Option.
Sehr empfohlen
Leistungsdynamik
Erhöht die BU-Rente jährlich im Leistungsfall automatisch (z. B. 1–3 %). Ohne Dynamik verliert die Rente durch Inflation jährlich an Kaufkraft – besonders problematisch bei langen Leistungszeiträumen.
Sehr empfohlen
Beitragsdynamik
Erhöht Beitrag und Rente jährlich automatisch (z. B. 3 %) – ohne neue Gesundheitsprüfung. Schutz gegen inflationsbedingte Entwertung. Sie können der Erhöhung widersprechen.

Alle BU-Klauseln ausführlich erklärt

4
Antrag stellen – vollständig und ohne Grauzone

Wenn Voranfrage, Vergleich und Klauselprüfung abgeschlossen sind, ist der Antrag der letzte Schritt. Und der einfachste – wenn alles vorher richtig gemacht wurde.

Der Antrag enthält neben den persönlichen Daten und gewünschten Parametern (Rentehöhe, Laufzeit, Dynamik) immer auch die Gesundheitsfragen. Hier gilt: Vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Nicht das, was Sie für relevant halten – sondern alles, was gefragt wird.

Was viele nicht wissen (§19 VVG): Wer eine Gesundheitsangabe weglässt – absichtlich oder aus Vergessen – riskiert, dass der Versicherer im Leistungsfall vom Vertrag zurücktritt. Das bedeutet: Beiträge gezahlt, keine Rente erhalten. Die Prüfung im Leistungsfall ist gründlich. Unvollständigkeiten fallen auf.

Als Versicherungsmakler begleiten wir Sie durch die Antragsstellung, formulieren Gesundheitsangaben präzise und übersichtlich – so wie Risikoprüfer sie lesen möchten. Das macht einen Unterschied. Wir sprechen im Zweifelsfall direkt mit den Innendienstprüfern – auch im Hintergrund, ohne dass Sie dabei sein müssen.

Bernd Krause, Der Fairsicherungsladen

„Wir erleben regelmäßig, dass Interessenten zu uns kommen, nachdem sie selbst versucht haben, irgendwo einen Antrag zu stellen und Zuschäge oder Ablehnungen bekommen haben. Das macht unsere Arbeit schwieriger – und manchmal ist der erste Eindruck beim Versicherer nicht mehr zu korrigieren. Die anonyme Voranfrage kostet ein paar Tage. Diesen Aufwand lohnt es sich immer zu investieren.“

Bernd Krause · Geschäftsführer Der Fairsicherungsladen GmbH · 6.000+ BU-Beratungen · #besserberaten

Drei BU-Abschlüsse aus der Praxis

Der Arzt, der fast abgelehnt worden wäre

Dr. Tobias M., 31, Assistenzarzt, Neurologie. Wollte eine BU mit 3.500 €/Monat bis 67 abschließen. Hatte in der Vergangenheit Rückenprobleme dokumentiert – zwei physiotherapeutische Behandlungen, keine Diagnose, längst beschwerdefrei.

Direktantrag bei Versicherer A: Risikozuschlag 25 %, Ausschluss Wirbelsäule. Anonyme Voranfrage bei 6 weiteren Versicherern: zwei Normalannahmen ohne Zuschlag. Der Überraschungssieger war ein Versicherer, den kein Portal prominent anzeigt – weil er nicht das günstigste Basisangebot hat, aber die besten Bedingungen für akademische Heilberufe.

Ergebnis: BU abgeschlossen ohne Zuschlag, ohne Ausschluss. Beitrag: 187,40 €/Monat. Ohne Voranfrage hätte Dr. M. entweder den teuren Zuschlag akzeptiert oder wäre mit einer Ablehnung in der Datenbank gestartet.

Die Lehrerin mit der richtigen Rentehöhe

Sandra W., 28, Gymnasiallehrerin (Referendariat), Beamtin auf Widerruf. Wollte eine BU abschließen – und hatte von Kollegen gehört, dass 1.500 €/Monat reichen würden.

Unser Check: Nettobezug im Referendariat ca. 1.900 €/Monat. Späteres Nettoeinkommen als Lehrerin (A13): ca. 3.200 €/Monat. Dienstunfähigkeitsrente ohne 5 Dienstjahre: 0 €. Zwischen Abschluss und 5 Dienstjahren: volle Lücke. 1.500 € deckten nicht mal die Fixkosten.

Empfehlung: DU-Versicherung (Dienstunfähigkeitsklausel!) mit 2.200 €/Monat plus Nachversicherungsgarantie bei Verbeamtung auf Lebenszeit. Beitrag: 64,80 €/Monat. Die Nachversicherungsgarantie ermöglicht ihr später, ohne neue Gesundheitsprüfung auf 3.000 € zu erhöhen.

Der Softwareentwickler mit Vorerkrankung

Kai H., 34, Senior Developer, angestellt. Hatte vor 4 Jahren eine depressive Episode – ambulante Behandlung, 3 Monate, vollständig remittiert. Glaubte, eine BU sei für ihn unmöglich.

Anonyme Voranfrage bei 8 Versicherern: Drei lehnten ab. Zwei boten einen Ausschluss psychische Erkrankungen an. Drei boten Normalannahme oder einen kleinen Zuschlag an – weil die Erkrankung länger als 3 Jahre zurücklag, vollständig behandelt war und keine weiteren Episoden dokumentiert waren.

Ergebnis: BU mit 2.800 €/Monat bis 67, ohne Ausschluss, mit AU-Klausel. Beitrag: 94,20 €/Monat. Der Abschluss wäre mit einem Direktantrag ohne Voranfrage nahezu sicher gescheitert – oder mit unnötigen Einschränkungen zustande gekommen.

Häufige Fragen zum BU-Abschluss

Kann ich eine BU auch mit Vorerkrankungen abschließen?

Häufig ja – aber es kommt stark auf Art, Zeitpunkt und Verlauf der Vorerkrankung an. Über die anonyme Risikovoranfrage prüfen wir bei mehreren Versicherern gleichzeitig, wer zu welchen Konditionen annimmt. Mögliche Ergebnisse: Normalannahme, Risikozuschlag, Ausschluss des betroffenen Bereichs oder Ablehnung. Kein Ergebnis wird dabei in der Versicherungsdatenbank gespeichert – kein Risiko für spätere Anträge.

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Faustregel: 75–80 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens. Damit können Sie alle laufenden Kosten decken, die auch bei Berufsunfähigkeit weiterbestehen: Miete oder Tilgung, Lebenshaltung, Krankenversicherung und private Altersvorsorge. Bei Berufseinsteigern und Referendaren empfehlen wir, die Rentehöhe mit einer Nachversicherungsgarantie zu kombinieren – damit bei steigendem Einkommen der Schutz ohne neue Gesundheitsprüfung angepasst werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen BU und DU (Dienstunfähigkeit)?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gilt für alle Berufsgruppen – sie zahlt, wenn Sie Ihren konkreten Beruf nicht mehr zu mindestens 50 % ausüben können. Die Dienstunfähigkeitsversicherung (DU) ist speziell für Beamte relevant: Sie zahlt, wenn der Dienstherr den Beamten in den Ruhestand versetzt – unabhängig vom 50%-Kriterium. Für Beamte ist die DU-Klausel in der BU entscheidend. Ohne sie müssen Beamte im Leistungsfall zusätzlich nachweisen, dass sie auch nach dem allgemeinen BU-Definition nicht mehr arbeitfähig sind – obwohl der Dienstherr sie längst in Rente geschickt hat.

Was kostet eine BU-Versicherung?

Der Beitrag hängt von Alter, Beruf, Gesundheitszustand, Rentehöhe, Laufzeit und gewählten Klauseln ab. Als Orientierung: Ein 28-jähriger Büroangestellter zahlt für 2.000 €/Monat bis 67 je nach Tarif zwischen 60 und 120 €/Monat. Ein gleichaltriger Handwerker kann je nach Beruf das Zwei- bis Dreifache zahlen. Akademische Berufe (Juristen, Ingenieure, Ärzte) sind häufig günstiger als ihr Gehalt vermuten lässt – weil die körperliche Belastung statistisch geringer ist. Ein konkretes Angebot kann erst nach Voranfrage gemacht werden.

Spart man Geld, wenn man die BU direkt beim Versicherer abschließt?

Nein. Der Beitrag ist identisch – egal ob Sie über uns, direkt beim Versicherer oder über ein Portal abschließen. Die Courtage, die wir als Makler erhalten, ist im Beitrag eingepreist und wäre beim Direktabschluss an die Gesellschaft gegangen. Was Sie beim Direktabschluss zusätzlich bezahlen: das Risiko, ohne Voranfrage und ohne Klauselprüfung zu einem Tarif zu kommen, der nicht optimal ist.

Wie lange dauert ein BU-Abschluss?

Von der ersten Anfrage bis zum Vertragsschluss dauert es in der Regel 3–6 Wochen. Der größte Zeitfaktor ist die Zusammenstellung der Gesundheitsangaben und die Rückmeldung der Versicherer auf die Voranfrage – das dauert je nach Versicherer 3–10 Werktage. Der eigentliche Antrag und die Policierung danach sind meist in wenigen Tagen erledigt. Wenn Sie unter Zeitdruck stehen (Probezeitende, Versicherungslücke), sagen Sie uns das – wir priorisieren entsprechend.

Warum Festgehalt statt Provision – was ändert das für mich?

Unsere Berater erhalten ein festes Gehalt – kein individueller Provisionsanreiz, keine bevorzugten Versicherer, keine Mindestabschlussquote. Das bedeutet: Wir empfehlen den Tarif, der für Sie am besten passt – nicht den, der die höchste Courtage zahlt. Und wenn nach der Voranfrage kein gutes Ergebnis kommt, sagen wir das auch – statt Ihnen trotzdem irgendetwas zu vermitteln.

Weiterführende Informationen zur BU

BU richtig abschließen – mit Beratern auf Festgehalt

Anonyme Voranfrage, Klauselprüfung, Antragsbegleitung – alles aus einer Hand. Unverbindlich, ohne Verkaufsdruck, auf Basis von 6.000+ BU-Beratungen.

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