Einschränkungen der Beihilfe bei Wahlleistungen

Einschränkungen der PKV Beamte bei Wahlleistungen Beihilfe

Inhaltsverzeichnis

Ratgeber · Beihilfe & PKV für Beamte

Beihilfe & Wahlleistungen: Zusatzbeitrag je Bundesland – was Sie wissen sollten

Welche Bundesländer bei den Wahlleistungen im Krankenhaus einen Zusatzbeitrag verlangen, welche gar keine Wahlleistungen über die Beihilfe zahlen – und was das für Ihren PKV-Tarif bedeutet. Mit Checkliste für alle 16 Länder und den Bund.

Zuletzt geprüft 2026 · Von Bernd Krause, Der Fairsicherungsladen GmbH · Büros in Karlsruhe & Landau · deutschlandweit online

In Baden-Württemberg gibt es als einziges Bundesland Einschränkungen bei den Wahlleistungen mit Zusatzbeitrag. Wahlleistungen sind Wunschleistungen, die Sie im Krankenhaus erhalten können. Sie können selbst entscheiden, ob Sie von diesen Leistungen Gebrauch machen möchten und welche Sie beanspruchen wollen. Diese Wahlleistungen werden in Ihrer privaten Krankenversicherung oder in Ihrer Krankenzusatzversicherung aufgenommen und spiegeln sich auch in den Kosten dieser wider.

EDIT: Mittlerweile hat auch Hessen den Zusatzbeitrag eingeführt, 18,90 Euro monatlich an das Land Hessen. Rheinland-Pfalz 26 Euro. Die Regelungen sind inzwischen in mehreren Ländern in Bewegung – deshalb finden Sie weiter unten eine Checkliste für alle Bundesländer.

Die Länder Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein bieten generell keine Wahlleistungen. In diesen Ländern muss der Krankenhaustarif 100 % leisten. Andere Länder haben wiederum wie Hessen einen Zusatzbeitrag.

Beihilfe ist Ländersache!! Da hilft auch kein Testsiegerheft.

Grundsätzlich muss man schauen, in welchem Land man Beihilfe bekommt. Denn: Beihilfe ist Ländersache. Wir haben Büros in Karlsruhe und in Landau in der Pfalz und beraten deutschlandweit online, ganz persönlich per Video oder Telefon. Dadurch sehen wir täglich, wie unterschiedlich die Länder mit den Wahlleistungen umgehen – und haben bereits hunderte Beamte, Anwärter und Referendare begleitet, wie unsere Bewertungen auf ProvenExpert (4,89/5 bei 832+ Bewertungen) zeigen.

  • Leistet die Beihilfe für Brille/Sehhilfe?
  • Leistet die Beihilfe einen geschlossenen Hilfsmittelkatalog?
  • Muss man Wahlleistungen im Krankenhaus bei der Beihilfe jeden Monat separat bezahlen (bspw.: BaWü 22 Euro, RLP 26, Hessen 18,90, …), was von der Besoldung einbehalten wird?
  • Hat man weitere Selbstbeteiligungen im Krankenhaus (bspw.: Bayern als Tagessatz, NRW 15, …)?
→ Die PKV, die Sie wählen, muss nicht nur zu Ihnen passen, sondern auch zu Ihrer landesindividuellen Beihilfe!

Wahlleistungen der Beihilfe – Checkliste für alle Bundesländer

So geht die Beihilfe je nach Land mit den stationären Wahlleistungen (Zweibettzimmer und Wahlarzt) um. Im Kern sind es drei Fälle: Länder mit monatlichem Zusatzbeitrag, Länder, die Wahlleistungen ohne Aufpreis einschließen, und Länder, die gar keine Wahlleistungen erstatten. Im letzten Fall muss Ihre PKV im Krankenhaus zu 100 % einspringen.

BundeslandWahlleistungen über die BeihilfeMonatlicher Eigenbeitrag
Baden-Württembergnur gegen Zusatzbeitragca. 22 €
Rheinland-Pfalznur gegen Zusatzbeitragca. 26 €
Hessennur gegen Zusatzbeitragca. 18,90 €
BayernSonderweg: Selbstbehalt im Krankenhaus pro TagTagessatz (begrenzt)
Nordrhein-Westfalenohne Zusatzbeitrag enthalten– (ggf. KH-Selbstbehalt)
Sachsenohne Zusatzbeitrag enthalten–
Sachsen-Anhaltohne Zusatzbeitrag enthalten–
Thüringenohne Zusatzbeitrag enthalten–
Bund (Bundesbeamte)ohne Zusatzbeitrag enthalten–
Berlinkeine Wahlleistungen – PKV 100 %–
Brandenburgkeine Wahlleistungen – PKV 100 %–
Bremenkeine Wahlleistungen – PKV 100 %–
Hamburgkeine Wahlleistungen – PKV 100 %–
Mecklenburg-Vorpommernkeine Wahlleistungen – PKV 100 %–
Niedersachsenkeine Wahlleistungen – PKV 100 %–
Saarlandkeine Wahlleistungen – PKV 100 %–
Schleswig-Holsteinkeine Wahlleistungen – PKV 100 %–

Beträge und Zuordnungen beruhen auf den Beihilfevorschriften der Länder (Stände teils 2015–2021) und können sich ändern. Sie sind eine Orientierung, keine Rechtsauskunft – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesbeihilfeverordnung. Zusätzlich gibt es in einzelnen Ländern allgemeine Krankenhaus-Selbstbehalte pro Tag (z. B. Bayern, NRW), die vom Wahlleistungs-Zusatzbeitrag zu unterscheiden sind. Den konkreten Stand für Ihr Land prüfen wir in der Beratung.

Ihre Checkliste vor der Tarifwahl

  • In welchem Bundesland (oder Bund) sind Sie beihilfeberechtigt – und ändert sich das absehbar (Versetzung, Verbeamtung auf Probe)?
  • Zahlt Ihr Land Wahlleistungen nur gegen Zusatzbeitrag (BaWü, RLP, Hessen), ohne Aufpreis (u. a. Bund, NRW, Sachsen) oder gar nicht (die acht Länder oben)?
  • Wenn „gar nicht": Deckt Ihr PKV-Tarif die Wahlleistungen im Krankenhaus zu 100 %?
  • Gibt es in Ihrem Land zusätzlich einen Krankenhaus-Selbstbehalt pro Tag (z. B. Bayern)?
  • Leistet Ihre Landesbeihilfe für Brille/Sehhilfe und gilt ein geschlossener Hilfsmittelkatalog?
  • Passt der Tarif auch dann noch, wenn später Kinder dazukommen (einmaliger Beitrag gilt für die ganze Familie)?

Der häufigste Fehler – aus reiner Unwissenheit: Einen Tarif wählen, weil er „Testsieger" ist oder „weil da ja so viele versichert sind". Beides sagt nichts darüber aus, ob der Tarif zu Ihrer Landesbeihilfe passt.

Ein Testsiegerheft kennt Ihr Bundesland nicht. Und die Zahl der Versicherten bei Anbieter XY ersetzt keine Prüfung Ihrer konkreten Beihilfe. Ein Tarif, der in Bayern top ist, kann in Berlin eine teure Lücke lassen – weil dort die Beihilfe gar keine Wahlleistungen zahlt. Beihilfe ist Ländersache: Der Tarif muss zu Ihrem Land passen, nicht zu einer Bestenliste.

Was ist nochmal die Beihilfe?

Die Beihilfe übernimmt einen Teil der Krankheitskosten von Beamten. Oft handelt es sich dabei um einen Anteil von 50 %. Wenn es dann zu einem Krankheitsfall kommt und beispielsweise Kosten in einem Krankenhaus entstehen, erhalten Sie darüber eine Rechnung. Die Kosten auf der Rechnung werden teilweise von der Beihilfe übernommen und zum anderen Teil von Ihrer Krankenversicherung. Mehr dazu in unserem Ratgeber Was ist die Beihilfe zur Krankenversicherung bei Beamten?

Grundsätzlich sind Sie ja 50 % Beihilfe und 50 % Krankenversicherung abgesichert. D. h. auch die Wahlleistungen teilen sich auf. Bei der PKV haben wir die zu 50 % mit drin. Die 50 % der Beihilfe klammern jedoch in Baden-Württemberg die Wahlleistungen aus. Außer man ist bereit, sich bei der Beihilfe sozusagen eine Zusatzabsicherung für 22 Euro zu leisten.

Alternativ kann man auch die PKV für Wahlleistungen auf 100 % aufstocken. Betrifft als Pflicht die Beamten in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein. Wie Sie diese Bausteine klug einordnen, lesen Sie in unserem Ratgeber PKV-Wahlleistungen & Beihilfeergänzung – behalten oder streichen?

Haben Sie Fragen oder suchen Sie eine Beratung? Dann kontaktieren Sie uns gerne über unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an: 0721 358 369. Wir würden uns freuen, Sie kennenzulernen.

Welche Einschränkungen gibt es in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz?

Baden-Württemberg ist neben Rheinland-Pfalz und Hessen das einzige Bundesland in 2021, welches Einschränkungen bei den Wahlleistungen macht. Möchten Sie im Krankenhaus beispielsweise ein Zwei-Bettzimmer oder eine Behandlung durch den Chefarzt, dann müssen Sie 22 Euro Ihres Gehaltes abziehen lassen (BaWü), damit das Land diese Wahlleistungen im Krankenhaus erstattet. Die Details dazu erklären wir Schritt für Schritt im Beitrag Zusatzbeitrag zur Beihilfe in Baden-Württemberg.

Sollte man die Wahlleistungen weglassen?

Mit der Verbeamtung auf Widerruf, also während des Referendariats oder der Anwärterzeit, und einmal mit der Verbeamtung auf Probe wird Ihnen angeboten, diese 22 Euro vom Land einbehalten zu lassen. Lehnen Sie dies ab, haben Sie später keine Möglichkeit, dies rückgängig zu machen. Es lohnt sich also, sich in Ruhe über diese Entscheidung Gedanken zu machen.

Wichtig: Die 50 % Wahlleistungen in Baden-Württemberg zahlt man einmalig und das gilt dann für alle Personen, die zu einem gehören. Also auch Kinder zahlen diese nicht extra.

Es kann also Sinn machen, statt bei der PKV auf 100 % Wahlleistungen zu gehen, was manchmal günstiger ist (zumindest temporär, bis Kinder kommen, außer man bekommt direkt Zuschläge wegen Gesundheit), direkt die 22 Euro beim Land zu bezahlen.

Video: Wahlleistungen der Beihilfe – Zusatzbeitrag in BaWü und RLP

Da wir eben regelmäßig gefragt werden, haben wir ein Video erstellt. Viele weitere Videos gibt es auf unserem YouTube-Kanal rund um Versicherungen und Finanzen.

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Mehr Informationen

Die private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung lässt sich in verschiedene Gebiete gliedern. Diese sind stationäre und ambulante Leistungen und der Bereich der Zahnleistungen. 50 % dieser Leistungen werden vom Land übernommen, die anderen 50 % übernimmt die private Krankenversicherung. Auf Antrag können die stationären Leistungen bei der privaten Krankenversicherung auch auf 100 % hochgezogen werden. Dies ist der Fall, wenn Sie die 22 Euro nicht zahlen möchten. Allerdings folgt daraufhin eine ausgiebige Gesundheitsprüfung, die entscheidet, ob diesem Antrag stattgegeben wird. Der Vorteil dieser Variante im Referendariat ist, dass sie monatlich fünf bis zehn Euro günstiger ist als die Zahlung der 22 Euro für die Wahlleistungen.

Nach dem Referendariat, wenn Sie Beamter auf Probe werden, gibt es diesen Vorteil jedoch nicht mehr. Der Beitrag der privaten Krankenversicherung wird nochmal angepasst und erhöht sich. Der Unterschied zwischen einer privaten Krankenversicherung mit 100 % stationären Leistungen und den 22 Euro ist kaum merkbar. Zudem haben Sie einen Vorteil, wenn Sie eine Familie haben, die ebenfalls von den Wahlleistungen profitieren könnte. Sie zahlen dann nur einmal 22 Euro für die gesamte Familie.

Individuelle Beratung zur privaten Krankenversicherung

Gerne beraten wir Sie zu allen Fragen rund um die private Krankenversicherung – so läuft das bei uns ab. Wir sind als ungebundene Versicherungsmakler darauf spezialisiert, Ihren Vorstellungen und Wünschen gerecht zu werden und passende Angebote von den Versicherungsgesellschaften einzuholen. Nehmen Sie gerne über unser Kontaktformular oder telefonisch Kontakt zu uns auf, um einen passenden Beratungstermin zu vereinbaren. Alle Beratungstermine finden übrigens online statt. So können Sie von überall – egal in welchem Bundesland Sie Beihilfe bekommen – auf unsere kompetente Beratung und unser Wissen über Versicherungen und Finanzen zugreifen.

Persönlich erreichbar sind wir an zwei Standorten: in Karlsruhe (Waldstr. 65) und in Landau in der Pfalz (Horstring 14). Beraten wird deutschlandweit, per Video oder Telefon – und wenn Sie mögen, auch vor Ort. Dass dabei hunderte Beamtinnen und Beamte, Anwärter und Referendare den Weg zu uns gefunden haben, sehen Sie an unseren durchweg starken Bewertungen.

Welche Wahlleistungen passen zu Ihrem Bundesland?

Wir rechnen für Ihren konkreten Fall durch, ob der Zusatzbeitrag beim Land oder 100 % Wahlleistungen in der PKV günstiger sind – ergebnisoffen, unverbindlich und ohne Abschlussdruck.

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Sagen Sie uns Ihr Bundesland und Ihren Status (Anwärter, Referendar, Beamter auf Probe …). Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

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Häufige Fragen zu Wahlleistungen und Beihilfe

Einen monatlichen Eigenbeitrag für die Wahlleistungen verlangen vor allem Baden-Württemberg (ca. 22 Euro), Rheinland-Pfalz (ca. 26 Euro) und Hessen (ca. 18,90 Euro). Der Beitrag wird von den Bezügen einbehalten und gilt dann für die ganze Familie. Die genauen Beträge ändern sich – maßgeblich ist die aktuelle Landesbeihilfeverordnung.

In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein sind Wahlleistungen in der Beihilfe grundsätzlich nicht vorgesehen. Dort muss Ihr PKV-Krankenhaustarif die Wahlleistungen zu 100 % abdecken, wenn Sie Zweibettzimmer und freie Arztwahl möchten.

Nicht automatisch. Ein Testsieger wird ohne Blick auf Ihre Landesbeihilfe gekürt, und auch „bei Anbieter XY sind viele versichert" sagt nichts über die Passung aus. Beihilfe ist Ländersache: Ein Tarif muss genau zu den Lücken Ihres Bundeslandes passen – sonst zahlen Sie für Leistungen doppelt oder stehen im Ernstfall ohne Deckung da.

Das ist etwas anderes als der Wahlleistungs-Zusatzbeitrag. Manche Länder – etwa Bayern – ziehen einen Selbstbehalt pro Krankenhaustag ab (begrenzt auf eine bestimmte Zahl an Tagen im Jahr), NRW nennt ebenfalls einen Krankenhaus-Selbstbehalt. Diese Beträge sollten bei der Tarifwahl mitgedacht werden.

In Baden-Württemberg wird Ihnen die Wahl bei der Verbeamtung auf Widerruf und erneut bei der Verbeamtung auf Probe angeboten. Lehnen Sie ab, lässt sich das später in der Regel nicht mehr nachholen. Deshalb sollte diese Entscheidung vorab gut durchdacht – und besser gemeinsam mit einer Beratung – getroffen werden.

Bernd Krause, Geschäftsführer Der Fairsicherungsladen GmbH
Über den Autor: Bernd Krause

Bernd Krause führt seit der Übernahme vom Vater 2018 den Fairsicherungsladen in Karlsruhe und ist Autor von „Der Finanzplaner für Akademiker". Seit 1983 beraten wir Beamte, Anwärter und Referendare zu Beihilfe und PKV – alle Berater auf Festgehalt, keine Provision, kein Verkaufsdruck. Diese Ehrlichkeit ist #besserberaten. Mehr über Bernd Krause