Altersvorsorge im
Öffentlichen Dienst –
was die VBL nicht leistet
Die VBL ist Pflicht und besser als nichts. Aber für die meisten Tarifbeschäftigten reicht sie nicht. Gesetzliche Rente plus VBL-Rente ergibt selten mehr als 55–60 % des letzten Nettos. Was das konkret für Sie bedeutet – und was Sie dagegen tun können.
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Ein weit verbreiteter Irrtum: „Ich bin im Öffentlichen Dienst, ich bin gut versorgt." Das stimmt – verglichen mit vielen Privatangestellten ist die Ausgangssituation durch die VBL-Zusatzrente tatsächlich besser. Aber „besser" ist nicht dasselbe wie „ausreichend". Die Zahlen zeigen: Wer im TVöD Entgeltgruppe 8–11 arbeitet und nicht aktiv zusätzlich vorsorgt, landet im Ruhestand deutlich unter dem, was er gewohnt ist.
Was ist die VBL – und was leistet sie wirklich?
Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) mit Sitz in Karlsruhe ist die größte Zusatzversorgungskasse Deutschlands. Rund 5,3 Millionen Tarifbeschäftigte bei Bund, Ländern und Kommunen sind pflichtversichert. Die VBL ergänzt die gesetzliche Rente um eine Betriebsrente – das System heißt VBLklassik für die Pflichtversicherung.
Wie hoch die VBL-Rente ausfällt, hängt von drei Faktoren ab: der Dauer der Versicherungszeit, dem gemeldeten steuerpflichtigen Arbeitsentgelt und dem Punktemodell, das seit 2002 gilt. Vor 2002 galt ein anderes Leistungssystem, das für langjährige Beschäftigte noch relevante Übergangsleistungen erzeugt.
So funktioniert das Punktesystem
Seit 2002 sammeln Versicherte jährlich Versorgungspunkte. Die Formel: (Jahresentgelt / Referenzentgelt) × 4 = Versorgungspunkte pro Jahr. Das Referenzentgelt 2026 liegt bei rund 37.128 €. Ein Vollzeitbeschäftigter in EG 9 mit ca. 40.000 € Jahresbrutto sammelt damit etwa 4,31 Punkte pro Jahr. Ein Punkt ist bei VBLklassik aktuell 4,00 € monatliche Rente wert.
Vereinfachte Schätzung auf Basis des aktuellen Punktewertes 4,00 €. Ohne Übergangsleistungen vor 2002, ohne Dynamisierungseffekte.
Was viele nicht wissen: Die VBL-Rente wird als sonstige Einkünfte versteuert – je nach persönlichem Steuersatz im Rentenalter bleibt nach Steuern weniger übrig als die Bruttobetragszahl suggeriert. Bei höheren Gesamteinkünften im Ruhestand kann der Steuersatz auf VBL-Rente durchaus 20–25 % betragen.
VBLextra: die freiwillige Zusatzversicherung – sinnvoll oder nicht?
Neben der Pflichtversicherung VBLklassik gibt es die freiwillige Ergänzungsversicherung VBLextra. Sie ist fondsgebunden, ermöglicht also eine renditestärkere Anlage als das klassische System – und ist für alle Tarifbeschäftigten offen, die bereits in der VBLklassik versichert sind.
Argumente für VBLextra
- Fondsgebunden – potenziell höhere Rendite als VBLklassik
- Bekannte Marke, institutionelle Sicherheit
- Einheitliche Abwicklung über bestehende VBL-Verwaltung
- Kann per Entgeltumwandlung bespart werden
Argumente dagegen / zu prüfen
- Fondswahl eingeschränkt – oft nur wenige Optionen
- Kosten im Vergleich zu freien ETF-Rentenversicherungen oft höher
- Arbeitgeberzuschuss nicht automatisch – prüfen
- Leistungsversprechen im Vergleich zu Alternativen nicht immer überlegen
Unsere Empfehlung: VBLextra ist nicht automatisch die beste Wahl – auch wenn der Name vertraut klingt. In vielen Fällen bietet eine gut gewählte ETF-Rentenversicherung bei einem spezialisierten Anbieter eine bessere Fondswahl zu ähnlichen oder niedrigeren Kosten. Wir vergleichen das konkret für Ihre Situation – anbieterungebunden, ohne Provisionsanreiz.
Wie groß ist Ihre Versorgungslücke? Drei Beispiele aus der Praxis
Abstrakte Prozentsätze helfen wenig. Hier drei typische Konstellationen aus unserer Beratung – mit konkreten Zahlen, die zeigen, wo die Lücke wirklich entsteht:
🟢 Verwaltungsangestellter, EG 12, 35 Dienstjahre
~380 € Versorgungslücke monatlich (netto)Gesetzliche Rente ~1.650 €, VBL-Rente ~323 €, zusammen ~1.973 € netto. Letztes Nettoeinkommen ~3.200 €. Lücke überschaubar – aber vorhanden. Mit 200 €/Monat ETF-Sparplan über 20 Jahre gut zu schließen.
🟡 Erzieherin, EG 8, 30 Dienstjahre, 5 Jahre Teilzeit
~720 € Versorgungslücke monatlich (netto)Gesetzliche Rente ~1.100 €, VBL-Rente ~168 €, zusammen ~1.268 € netto. Letztes Nettoeinkommen ~1.980 €. Erhebliche Lücke durch Teilzeitjahre und niedrige Entgeltgruppe. Handlungsbedarf.
🔴 Krankenpflegerin, EG 9, 25 Dienstjahre, 2 Kinder
~1.050 € Versorgungslücke monatlich (netto)Unterbrochene Erwerbsbiografie, Teilzeit wegen Kinderbetreuung. Gesetzliche Rente und VBL-Rente zusammen deutlich unter 50 % des letzten Nettos. Dringender Handlungsbedarf – je früher, desto besser.
Diese Zahlen sind Schätzungen. Ihre tatsächliche Lücke hängt von Ihrem exakten TVöD-Entgelt, den Dienstjahren, Teilzeitphasen, der Steuersituation und dem Renteneintrittsdatum ab. In der persönlichen Beratung rechnen wir das präzise durch – mit zertifizierter Software, die auch VBL-Leistungen einbezieht.
Wie groß ist Ihre persönliche Versorgungslücke?
Für eine erste Orientierung: unser Online-Rechner. Für die vollständige Analyse inkl. VBL-Leistungen: die persönliche Beratung.
Ihre Optionen zur Zusatzvorsorge im Öffentlichen Dienst
Die VBL schließt die Lücke nicht – was also tun? Die gute Nachricht: Tarifbeschäftigte im ÖD haben mehrere effektive Wege. Welcher für Sie passt, hängt von Ihrem TVöD-Entgelt, Ihrer Steuersituation und Ihrem Zeithorizont ab.
ETF-Rentenversicherung
Kombiniert ETF-Rendite mit steuerlichem Vorteil. Bei min. 12 Jahren Laufzeit und Auszahlung ab 62 wird nur die Hälfte der Erträge besteuert statt 25 % Abgeltungssteuer. Für Vollzeitkräfte mit mittlerem bis hohem Steuersatz oft die optimale Lösung.
ETF-Depot vs. Rentenversicherung →Betriebliche Entgeltumwandlung
Im TVöD besteht ein Anspruch auf Entgeltumwandlung. Arbeitgeber müssen seit 2019 mindestens 15 % des umgewandelten Betrags zuschießen. Wichtig: Die bAV-Leistung wird im Alter auf die Grundsicherung angerechnet – bei niedrigem Einkommen kann das problematisch sein.
Zur bAV-Beratung →ETF-Sparplan / Depot
Günstig, transparent, jederzeit verfügbar. Ideal als Ergänzung oder für Menschen, die maximale Flexibilität wollen. Kein steuerlicher Vorteil beim Einzahlen, dafür keine Bindung und voller Zugriff auf das Kapital.
Zum Depotvergleich →Altersvorsorgedepot ab 2027
Das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ersetzt die Riester-Rente. Auch für ÖD-Angestellte verfügbar – mit bis zu 540 € Grundzulage plus Kinderzulage. ETFs erlaubt. Ob es sich lohnt, hängt vom Steuersatz und bestehenden Verträgen ab.
Zum Ratgeber Reformgesetz →Gemanagte Portfolios
ETF-Rendite ohne eigenen Verwaltungsaufwand. Unsere verwalteten Portfolios in drei Risikovarianten – mit persönlichem Ansprechpartner statt anonymer App.
Zu den verwalteten Portfolios →Immobilien
ÖD-Beschäftigte sind als Kreditnehmer attraktiv – planbare Einkommen, Kündigungsschutz. Wir beraten zur Baufinanzierung mit 100+ Partnern und helfen einzuschätzen, ob Immobilie oder Depot in Ihrer Situation besser passt.
Zur Baufinanzierung →Was ist besser: VBLextra oder freie ETF-Rentenversicherung?
| Kriterium | VBLextra | Freie ETF-Rentenversicherung |
|---|---|---|
| Fondswahl | Eingeschränkt (wenige Optionen) | Breit – günstige ETFs möglich |
| Kosten | Abhängig von Fondswahl, oft moderat | Bei Nettopolicen sehr günstig möglich |
| Steuervorteil (12/62) | Ja, gilt auch für VBLextra | Ja |
| Arbeitgeberzuschuss | Möglich über Entgeltumwandlung | Möglich über Entgeltumwandlung |
| Flexibilität | Eingeschränkt (VBL-Regeln) | Je nach Vertrag flexibler |
| Beratung nötig? | Empfehlenswert | Ja – aber wir übernehmen das |
Warum unser Beratungsansatz für ÖD-Beschäftigte besonders wichtig ist
Online-Rentenlückenrechner kennen keine VBL. Sie rechnen mit der gesetzlichen Rente – und ignorieren, was die Zusatzversorgung beisteuert. Das führt zu systematisch falschen Ergebnissen: entweder wird die Lücke überschätzt oder die VBL-Rente pauschal addiert, ohne die individuelle Versicherungszeit zu berücksichtigen.
In der persönlichen Beratung nutzen wir den zertifizierten Finanzplaner-Altersvorsorgeplaner von ivfp.de – der auch VBL-Versorgungen und Landes-ZVK-Leistungen einbeziehen kann.
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Bernd Krause, Geschäftsführer
„Im Öffentlichen Dienst gibt es eine Art Grundvertrauen: Der Arbeitgeber kümmert sich schon. VBL läuft automatisch, das wird reichen. Aber die VBL wurde konzipiert als Ergänzung – nicht als vollständige Absicherung. Wer das erst mit 58 herausfindet, hat kaum noch Zeit zum Gegensteuern. Wer es mit 38 weiß, kann mit überschaubarem Aufwand eine sehr solide Lösung aufbauen."
Was unsere Kunden sagen
4,89/5 · 832+ Bewertungen auf ProvenExpert · 100% Empfehlungsquote
Häufige Fragen
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