kostenloses Webinar: Referendariat & PKV- Die ersten 90 Tage entscheiden über 30 Jahre

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Referendariat & PKV: Die ersten 90 Tage entscheiden über 30 Jahre – Was dir keiner sagt | Beamtenberatung Plus
Ratgeber für Referendare

Referendariat & PKV: Die ersten 90 Tage entscheiden über 30 Jahre

Du startest ins Referendariat – und innerhalb weniger Wochen sollst du eine Versicherungsentscheidung treffen, die dich ein Beamtenleben lang begleitet. Warum genau das gewollt ist, wie die Seminar-Falle funktioniert und was du stattdessen tun solltest.

📖 14 Min. Lesezeit✍️ Bernd Krause🗓 Februar 2026

1. Die 90-Tage-Falle: Ein Erfahrungsbericht

Lisa, 26, Lehramtsreferendarin in Freiburg. Erste Woche am Seminar. Zwischen Fachvorstellungen und Stundenplanerstellung steht ein Programmpunkt im Kalender: „Informationsveranstaltung zu Krankenversicherung und Beihilfe". Lisa geht hin. Natürlich geht sie hin – sie hat keine Ahnung, was PKV und Beihilfe bedeuten, und es klingt wichtig.

Ein sympathischer Mann in gepflegtem Business-Outfit erklärt 45 Minuten lang die Basics. Er wirkt kompetent. Er hat Folien. Er nennt Beispiele. Er gibt am Ende seine Karte aus und bietet „individuelle Beratungstermine" an. Lisa vereinbart einen. Drei Tage später unterschreibt sie eine PKV – ohne auch nur einen anderen Tarif gesehen zu haben.

Was Lisa nicht weiß:

Der Mann vertritt genau eine Versicherungsgesellschaft. Er verdient 1.200 Euro Provision an ihrem Abschluss. Der Tarif, den sie gewählt hat, hat über die letzten 10 Jahre die höchsten Beitragsanpassungen am Markt. Und wenn Lisa in zwei Jahren das Bundesland wechselt – was bei Lehramtsanwärtern häufig vorkommt – wird ihr Tarif die Beihilfelücken des neuen Landes nicht abdecken.

Lisa ist kein Einzelfall. Lisa ist die Regel.

🎯 Warum gerade die ersten 90 Tage?

Die Versicherungsbranche hat die ersten Wochen im Referendariat systematisch als Vertriebsfenster erschlossen. Der Grund: Referendare sind in dieser Phase maximal überfordert (neuer Job, neuer Ort, neue Aufgaben), maximal unwissend (PKV und Beihilfe hat ihnen niemand beigebracht) und maximal vertrauensselig (die Veranstaltung wird von der Ausbildungsstätte angeboten). Perfekte Bedingungen für einen schnellen Abschluss.

2. Anatomie eines Uni-Seminars

Das Schema ist überall gleich – ob PH Ludwigsburg, Uni Heidelberg, Studienseminar Mainz oder Polizeifachschule Lahr. Der Ablauf variiert minimal, aber die Struktur ist identisch:

Woche 1–2: „Informationsveranstaltung"

Ein Referent hält einen Vortrag über PKV und Beihilfe. Er erklärt die Grundlagen, zeigt Vergleichstabellen, nennt Beispielrechnungen. Was er nicht erwähnt: Er vertritt 1–3 Versicherer. Der Vortrag ist kein Bildungsangebot – er ist eine Akquise-Veranstaltung.

Woche 2–3: „Persönliches Beratungsgespräch"

Ein individueller Termin, bei dem der Referent einen Tarif empfiehlt, der „perfekt zu dir passt". In Wahrheit ist es einer von maximal drei Tarifen, die er vermitteln darf. Die Empfehlung basiert auf seiner Provision, nicht auf deiner Situation.

Woche 3–4: Unterschrift unter Zeitdruck

„Der Tarif gilt nur noch diese Woche." „Ab nächstem Monat gelten neue Gesundheitsfragen." „Je früher du abschließt, desto günstiger." Keines dieser Argumente stimmt – aber unter Zeitdruck prüft man nicht.

30 Jahre danach: Die Konsequenzen

Beitragsexplosion nach dem Referendariat. Leistungslücken nach dem Bundesland-Wechsel. Gesundheitsfragen falsch beantwortet. Der Wechsel ist kaum noch möglich. Eine Entscheidung, die in 20 Minuten getroffen wurde, kostet bis zur Pension.

Erst informieren, dann entscheiden.

In unseren kostenlosen Webinaren erklären wir alles, was das Uni-Seminar verschweigt. 60 Minuten, von Beratern auf Festgehalt – kein Verkauf, kein Haken.

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3. Der Anwärtertarif-Trick: Günstig rein, teuer drin

Das überzeugendste Argument am Uni-Seminar ist der Preis: „Die PKV kostet dich nur 68 Euro im Monat." Für eine Krankenversicherung klingt das nach einem Schnäppchen. Und genau darum geht es – du sollst beeindruckt sein, bevor du nachdenkst.

Was niemand erwähnt: Die 68 Euro sind der Anwärtertarif. Er gilt nur während des Referendariats – also 1,5 bis 2 Jahre. Danach wechselst du automatisch in den regulären Beamtentarif. Und der kostet nicht 68 Euro. Er kostet 280, 320, manchmal 400 Euro.

PhaseTarif A (günstigster Einstieg)Tarif B (solide kalkuliert)
Anwärtertarif62 €/Monat78 €/Monat
Nach Verbeamtung (Jahr 3)338 €/Monat267 €/Monat
Nach 10 Jahren412 €/Monat298 €/Monat
Nach 20 Jahren548 €/Monat361 €/Monat
Gesamtkosten über 30 Jahreca. 168.000 €ca. 118.000 €

Die Differenz in diesem Beispiel: 50.000 Euro. Für denselben Leistungsumfang. Der einzige Unterschied: Tarif A kalkuliert den Einstieg bewusst günstig, um Neukunden zu gewinnen. Tarif B kalkuliert von Anfang an solide. Das sieht man aber nur, wenn man die Beitragshistorie über Jahre vergleicht – und genau das tut kein Online-Rechner und kein Seminar-Berater.

💡 So erkennst du den Trick

Frag nach der Beitragshistorie des Tarifs über die letzten 10 Jahre. Jeder Versicherer muss sie veröffentlichen. Wenn dein Berater sie nicht kennt oder nicht zeigen will, ist das ein klares Warnsignal. Die Beitragshistorie ist die einzige ehrliche Kennzahl – nicht der Einstiegsbeitrag.

4. Gesundheitsfragen: Die Zeitbombe im Antrag

Die Gesundheitsprüfung beim PKV-Antrag ist der gefährlichste Moment – und gleichzeitig der, dem am wenigsten Aufmerksamkeit geschenkt wird. Denn unter Zeitdruck, zwischen Tür und Angel, werden Fragen in Minuten ausgefüllt, die über Jahrzehnte entscheiden.

Die Fragen klingen harmlos: „Waren Sie in den letzten fünf Jahren in ärztlicher Behandlung?" Klingt nach einer Ja/Nein-Frage. Ist es aber nicht. Diese Frage umfasst jede Physiotherapie, jede Hautarzt-Kontrolle, jede Beratung wegen Rückenschmerzen, jedes Rezept für eine Salbe. Und wer etwas vergisst – auch unabsichtlich – riskiert, dass die PKV im Leistungsfall nicht zahlt.

Fallbeispiel

Lehramtsreferendarin, 27, Niedersachsen

Frau K. hatte im Studium drei Sitzungen bei einer Psychologin wegen Prüfungsangst. Beim PKV-Antrag hat sie das nicht angegeben – weil sie es vergessen hatte und weil es keine „richtige Behandlung" war. Sieben Jahre später reichte sie eine Rechnung für eine ambulante Therapie ein. Die PKV prüfte, fand die früheren Sitzungen – und verweigerte die Leistung wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht.

Die Konsequenzen einer falschen oder unvollständigen Gesundheitserklärung können dramatisch sein: Leistungsfreistellung (die PKV zahlt nicht), Vertragsanpassung (Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse) oder sogar Vertragsanfechtung (der Vertrag wird rückwirkend aufgelöst).

Wie machst du es richtig? Sorgfalt braucht Zeit. Fordere vor dem PKV-Antrag deine vollständige Patientenakte beim Hausarzt an. Gehe jeden Arztbesuch der letzten fünf bis zehn Jahre durch. Beantworte die Fragen in Ruhe, nicht unter Zeitdruck. Im Zweifel: Lieber zu viel angeben als zu wenig. Das dauert Tage, nicht Minuten – und genau deshalb passt es nicht in die „Erst-Seminar-dann-Unterschrift"-Logik.

5. Referendariat hier, Beamtung dort – das Bundesland-Problem

Als Referendar bist du besonders vom Bundesland-Problem betroffen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Bundesland wechselst, ist höher als bei keiner anderen Beamtengruppe.

Lehramtsreferendare machen ihr Ref oft dort, wo sie studiert haben – und bewerben sich dann bundesweit auf Stellen. Juristen können vom Justizreferendariat in Hamburg auf eine Staatsanwaltsstelle in Bayern wechseln. Verwaltungsanwärter werden innerhalb von Bundesbehörden versetzt.

Das Problem: Die Beihilfe ist Ländersache. 16 Bundesländer, 16 verschiedene Regelungen. Der Tarif, der in Baden-Württemberg optimal passt, kann in Niedersachsen gravierende Lücken haben.

Szenario

Ref in Baden-Württemberg → Verbeamtung in Hamburg

Du schließt im Ref in BW eine PKV ab, die auf die BW-Beihilfe zugeschnitten ist. Nach dem Ref bekommst du eine Stelle in Hamburg. Dort gibt es die pauschale Beihilfe – plötzlich könnte die GKV sogar günstiger sein als die PKV. Aber du bist schon in der PKV. Ein Wechsel zurück in die GKV ist als Beamter grundsätzlich nicht möglich.

Szenario

Ref in Hessen → Verbeamtung in Bayern

Hessen hat die pauschale Beihilfe. Du hast dich für die GKV entschieden – clever. Dann wechselst du nach Bayern, wo es keine pauschale Beihilfe gibt. In der GKV zahlst du nun den vollen Beitrag – ohne Arbeitgeberanteil. Die Beihilfe läuft über die individuelle Beihilfeverordnung, und du brauchst plötzlich doch eine PKV. Mit 30, möglicherweise mit Vorerkrankungen – deutlich teurer als mit 25.

🗺️ Was bedeutet das für dich?

Dein PKV-Tarif muss in jedem Bundesland funktionieren – oder du musst zumindest verstehen, welche Konsequenzen ein Wechsel hat. Ein Berater, der nur ein Bundesland kennt, kann diese Beratung nicht leisten. Punkt.

6. DU statt BU: Was Referendare wissen müssen

Neben der PKV wird dir am Seminar oft auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) verkauft. Klingt sinnvoll – als Beamter brauchst du eine Absicherung gegen Dienstunfähigkeit. Aber genau da liegt das Problem: Du brauchst keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Du brauchst eine Dienstunfähigkeitsversicherung (DU).

Der Unterschied ist nicht semantisch. Er ist existenziell:

Eine BU zahlt, wenn du nach den Bedingungen des Versicherers deinen Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst. Eine DU zahlt, wenn dein Dienstherr dich für dienstunfähig erklärt. Das kann passieren, ohne dass die BU-Bedingungen erfüllt sind. In der Praxis heißt das: Dein Dienstherr entlässt dich aus dem Dienst, dein Gehalt fällt auf Ruhegehalt – und die BU zahlt nichts, weil sie nach eigenen Maßstäben prüft.

Warum wird trotzdem die BU verkauft? Weil sie oft höhere Provisionen bringt und weil der Verkäufer am Seminar den Unterschied entweder nicht kennt oder bewusst verschweigt. „Alles aus einer Hand" – PKV und BU vom selben Versicherer – klingt bequem, ist aber ein Verkaufsargument, keine Beratungsempfehlung.

PKV, Beihilfe, DU – alles in 60 Minuten verstehen

In unseren kostenlosen Webinaren speziell für Referendare und Anwärter erklären wir jeden dieser Punkte. Mit echten Beispielen, echten Zahlen – und ohne Verkaufsinteresse.

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7. Die 5 teuersten Fehler vor der Verbeamtung

Zusammengefasst: Diese fünf Fehler sehen wir bei Referendaren und Anwärtern am häufigsten – und sie kosten am meisten:

Fehler 1

Unter Zeitdruck unterschreiben

Die PKV-Entscheidung braucht Wochen, nicht Tage. Wer innerhalb der ersten 90 Tage im Ref unterschreibt, hat mit 95 % Wahrscheinlichkeit nicht ausreichend verglichen. Nimm dir die Zeit – kein seriöses Angebot verfällt über Nacht.

Fehler 2

Den Anwärtertarif für den echten Beitrag halten

68 €/Monat klingt fantastisch – bis der Tarif nach dem Ref auf 320 € springt. Vergleiche immer die langfristige Beitragsentwicklung, nicht den Einstiegspreis. Die Beitragshistorie ist öffentlich – frag danach.

Fehler 3

Gesundheitsfragen „aus dem Bauch" beantworten

Jeder vergessene Arztbesuch kann zur Leistungsfreistellung führen – auch 10 Jahre später. Besorge dir deine Patientenakte, bevor du irgendetwas ausfüllst. Das dauert 2–3 Wochen – plane diese Zeit ein.

Fehler 4

Das Bundesland ignorieren

Dein Tarif muss in dem Land funktionieren, in dem du verbeamtet wirst – nicht nur dort, wo du dein Referendariat machst. Wenn du flexibel bleiben willst (und als Referendar solltest du das), muss der Tarif bundesweit passen.

Fehler 5

BU statt DU abschließen

Als Beamter brauchst du eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter DU-Klausel. Eine klassische BU kann im Ernstfall verweigern zu zahlen, obwohl dein Dienstherr dich für dienstunfähig erklärt hat. Achte auf die DU-Klausel – nicht jede „Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte" hat eine.

8. Was du stattdessen tun solltest

Die gute Nachricht: Du hast es in der Hand. Die Entscheidung ist komplex, aber nicht unbeherrschbar. Hier ist dein Fahrplan für die ersten Monate im Referendariat:

Schritt 1: Nicht sofort unterschreiben. Egal was dir jemand erzählt – kein Tarif „verfällt" nächste Woche. Nimm dir mindestens 4–6 Wochen Zeit. Besser 8–12.

Schritt 2: Beihilfe deines Bundeslandes verstehen. Bevor du auch nur einen PKV-Tarif anschaust, musst du wissen, wie die Beihilfe in deinem Bundesland funktioniert. Bemessungssätze, Sonderfälle, pauschale Beihilfe ja/nein.

Schritt 3: Patientenakte anfordern. Geh zu deinem Hausarzt und bitte um eine vollständige Kopie deiner Patientenakte. Das ist dein Recht nach DSGVO. Dauert 2–3 Wochen – starte damit sofort.

Schritt 4: Beitragshistorien vergleichen. Nicht den Einstiegsbeitrag. Die Entwicklung über 10, 20, 30 Jahre. Das ist die einzige Zahl, die zählt.

Schritt 5: PKV und DU getrennt betrachten. Lass dir nicht „alles aus einer Hand" andrehen. Die beste PKV kommt selten vom selben Versicherer wie die beste DU.

Schritt 6: Bilde dich weiter. Das Uni-Seminar ist keine Bildung – es ist Vertrieb. Echte Bildung kommt von unabhängigen Quellen. Genau dafür gibt es unsere Webinare.

Dein erster richtiger Schritt: 60 Minuten Klartext

Unsere kostenlosen Webinare sind speziell für Referendare und Anwärter – egal ob Lehramt, Jura, Verwaltung oder Polizei. Kein Verkauf, keine Anrufe, kein Haken.

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Bernd Krause

Bernd Krause

Geschäftsführer · Der Fairsicherungsladen GmbH · Seit 2005 in der Finanzbranche, über 5.000 Beratungsgespräche mit Beamten und Akademikern. Unabhängiger Versicherungsmakler auf Festgehalt – keine Provision, keine Agenda.

Referendariat & PKV: Die ersten 90 Tage entscheiden über 30 Jahre – Was dir keiner sagt | Beamtenberatung Plus
Ratgeber für Referendare

Referendariat & PKV: Die ersten 90 Tage entscheiden über 30 Jahre

Du startest ins Referendariat – und innerhalb weniger Wochen sollst du eine Versicherungsentscheidung treffen, die dich ein Beamtenleben lang begleitet. Warum genau das gewollt ist, wie die Seminar-Falle funktioniert und was du stattdessen tun solltest.

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1. Die 90-Tage-Falle: Ein Erfahrungsbericht

Lisa, 26, Lehramtsreferendarin in Freiburg. Erste Woche am Seminar. Zwischen Fachvorstellungen und Stundenplanerstellung steht ein Programmpunkt im Kalender: „Informationsveranstaltung zu Krankenversicherung und Beihilfe". Lisa geht hin. Natürlich geht sie hin – sie hat keine Ahnung, was PKV und Beihilfe bedeuten, und es klingt wichtig.

Ein sympathischer Mann in gepflegtem Business-Outfit erklärt 45 Minuten lang die Basics. Er wirkt kompetent. Er hat Folien. Er nennt Beispiele. Er gibt am Ende seine Karte aus und bietet „individuelle Beratungstermine" an. Lisa vereinbart einen. Drei Tage später unterschreibt sie eine PKV – ohne auch nur einen anderen Tarif gesehen zu haben.

Was Lisa nicht weiß:

Der Mann vertritt genau eine Versicherungsgesellschaft. Er verdient 1.200 Euro Provision an ihrem Abschluss. Der Tarif, den sie gewählt hat, hat über die letzten 10 Jahre die höchsten Beitragsanpassungen am Markt. Und wenn Lisa in zwei Jahren das Bundesland wechselt – was bei Lehramtsanwärtern häufig vorkommt – wird ihr Tarif die Beihilfelücken des neuen Landes nicht abdecken.

Lisa ist kein Einzelfall. Lisa ist die Regel.

🎯 Warum gerade die ersten 90 Tage?

Die Versicherungsbranche hat die ersten Wochen im Referendariat systematisch als Vertriebsfenster erschlossen. Der Grund: Referendare sind in dieser Phase maximal überfordert (neuer Job, neuer Ort, neue Aufgaben), maximal unwissend (PKV und Beihilfe hat ihnen niemand beigebracht) und maximal vertrauensselig (die Veranstaltung wird von der Ausbildungsstätte angeboten). Perfekte Bedingungen für einen schnellen Abschluss.

2. Anatomie eines Uni-Seminars

Das Schema ist überall gleich – ob PH Ludwigsburg, Uni Heidelberg, Studienseminar Mainz oder Polizeifachschule Lahr. Der Ablauf variiert minimal, aber die Struktur ist identisch:

Woche 1–2: „Informationsveranstaltung"

Ein Referent hält einen Vortrag über PKV und Beihilfe. Er erklärt die Grundlagen, zeigt Vergleichstabellen, nennt Beispielrechnungen. Was er nicht erwähnt: Er vertritt 1–3 Versicherer. Der Vortrag ist kein Bildungsangebot – er ist eine Akquise-Veranstaltung.

Woche 2–3: „Persönliches Beratungsgespräch"

Ein individueller Termin, bei dem der Referent einen Tarif empfiehlt, der „perfekt zu dir passt". In Wahrheit ist es einer von maximal drei Tarifen, die er vermitteln darf. Die Empfehlung basiert auf seiner Provision, nicht auf deiner Situation.

Woche 3–4: Unterschrift unter Zeitdruck

„Der Tarif gilt nur noch diese Woche." „Ab nächstem Monat gelten neue Gesundheitsfragen." „Je früher du abschließt, desto günstiger." Keines dieser Argumente stimmt – aber unter Zeitdruck prüft man nicht.

30 Jahre danach: Die Konsequenzen

Beitragsexplosion nach dem Referendariat. Leistungslücken nach dem Bundesland-Wechsel. Gesundheitsfragen falsch beantwortet. Der Wechsel ist kaum noch möglich. Eine Entscheidung, die in 20 Minuten getroffen wurde, kostet bis zur Pension.

Erst informieren, dann entscheiden.

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3. Der Anwärtertarif-Trick: Günstig rein, teuer drin

Das überzeugendste Argument am Uni-Seminar ist der Preis: „Die PKV kostet dich nur 68 Euro im Monat." Für eine Krankenversicherung klingt das nach einem Schnäppchen. Und genau darum geht es – du sollst beeindruckt sein, bevor du nachdenkst.

Was niemand erwähnt: Die 68 Euro sind der Anwärtertarif. Er gilt nur während des Referendariats – also 1,5 bis 2 Jahre. Danach wechselst du automatisch in den regulären Beamtentarif. Und der kostet nicht 68 Euro. Er kostet 280, 320, manchmal 400 Euro.

PhaseTarif A (günstigster Einstieg)Tarif B (solide kalkuliert)
Anwärtertarif62 €/Monat78 €/Monat
Nach Verbeamtung (Jahr 3)338 €/Monat267 €/Monat
Nach 10 Jahren412 €/Monat298 €/Monat
Nach 20 Jahren548 €/Monat361 €/Monat
Gesamtkosten über 30 Jahreca. 168.000 €ca. 118.000 €

Die Differenz in diesem Beispiel: 50.000 Euro. Für denselben Leistungsumfang. Der einzige Unterschied: Tarif A kalkuliert den Einstieg bewusst günstig, um Neukunden zu gewinnen. Tarif B kalkuliert von Anfang an solide. Das sieht man aber nur, wenn man die Beitragshistorie über Jahre vergleicht – und genau das tut kein Online-Rechner und kein Seminar-Berater.

💡 So erkennst du den Trick

Frag nach der Beitragshistorie des Tarifs über die letzten 10 Jahre. Jeder Versicherer muss sie veröffentlichen. Wenn dein Berater sie nicht kennt oder nicht zeigen will, ist das ein klares Warnsignal. Die Beitragshistorie ist die einzige ehrliche Kennzahl – nicht der Einstiegsbeitrag.

4. Gesundheitsfragen: Die Zeitbombe im Antrag

Die Gesundheitsprüfung beim PKV-Antrag ist der gefährlichste Moment – und gleichzeitig der, dem am wenigsten Aufmerksamkeit geschenkt wird. Denn unter Zeitdruck, zwischen Tür und Angel, werden Fragen in Minuten ausgefüllt, die über Jahrzehnte entscheiden.

Die Fragen klingen harmlos: „Waren Sie in den letzten fünf Jahren in ärztlicher Behandlung?" Klingt nach einer Ja/Nein-Frage. Ist es aber nicht. Diese Frage umfasst jede Physiotherapie, jede Hautarzt-Kontrolle, jede Beratung wegen Rückenschmerzen, jedes Rezept für eine Salbe. Und wer etwas vergisst – auch unabsichtlich – riskiert, dass die PKV im Leistungsfall nicht zahlt.

Fallbeispiel

Lehramtsreferendarin, 27, Niedersachsen

Frau K. hatte im Studium drei Sitzungen bei einer Psychologin wegen Prüfungsangst. Beim PKV-Antrag hat sie das nicht angegeben – weil sie es vergessen hatte und weil es keine „richtige Behandlung" war. Sieben Jahre später reichte sie eine Rechnung für eine ambulante Therapie ein. Die PKV prüfte, fand die früheren Sitzungen – und verweigerte die Leistung wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht.

Die Konsequenzen einer falschen oder unvollständigen Gesundheitserklärung können dramatisch sein: Leistungsfreistellung (die PKV zahlt nicht), Vertragsanpassung (Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse) oder sogar Vertragsanfechtung (der Vertrag wird rückwirkend aufgelöst).

Wie machst du es richtig? Sorgfalt braucht Zeit. Fordere vor dem PKV-Antrag deine vollständige Patientenakte beim Hausarzt an. Gehe jeden Arztbesuch der letzten fünf bis zehn Jahre durch. Beantworte die Fragen in Ruhe, nicht unter Zeitdruck. Im Zweifel: Lieber zu viel angeben als zu wenig. Das dauert Tage, nicht Minuten – und genau deshalb passt es nicht in die „Erst-Seminar-dann-Unterschrift"-Logik.

5. Referendariat hier, Beamtung dort – das Bundesland-Problem

Als Referendar bist du besonders vom Bundesland-Problem betroffen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Bundesland wechselst, ist höher als bei keiner anderen Beamtengruppe.

Lehramtsreferendare machen ihr Ref oft dort, wo sie studiert haben – und bewerben sich dann bundesweit auf Stellen. Juristen können vom Justizreferendariat in Hamburg auf eine Staatsanwaltsstelle in Bayern wechseln. Verwaltungsanwärter werden innerhalb von Bundesbehörden versetzt.

Das Problem: Die Beihilfe ist Ländersache. 16 Bundesländer, 16 verschiedene Regelungen. Der Tarif, der in Baden-Württemberg optimal passt, kann in Niedersachsen gravierende Lücken haben.

Szenario

Ref in Baden-Württemberg → Verbeamtung in Hamburg

Du schließt im Ref in BW eine PKV ab, die auf die BW-Beihilfe zugeschnitten ist. Nach dem Ref bekommst du eine Stelle in Hamburg. Dort gibt es die pauschale Beihilfe – plötzlich könnte die GKV sogar günstiger sein als die PKV. Aber du bist schon in der PKV. Ein Wechsel zurück in die GKV ist als Beamter grundsätzlich nicht möglich.

Szenario

Ref in Hessen → Verbeamtung in Bayern

Hessen hat die pauschale Beihilfe. Du hast dich für die GKV entschieden – clever. Dann wechselst du nach Bayern, wo es keine pauschale Beihilfe gibt. In der GKV zahlst du nun den vollen Beitrag – ohne Arbeitgeberanteil. Die Beihilfe läuft über die individuelle Beihilfeverordnung, und du brauchst plötzlich doch eine PKV. Mit 30, möglicherweise mit Vorerkrankungen – deutlich teurer als mit 25.

🗺️ Was bedeutet das für dich?

Dein PKV-Tarif muss in jedem Bundesland funktionieren – oder du musst zumindest verstehen, welche Konsequenzen ein Wechsel hat. Ein Berater, der nur ein Bundesland kennt, kann diese Beratung nicht leisten. Punkt.

6. DU statt BU: Was Referendare wissen müssen

Neben der PKV wird dir am Seminar oft auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) verkauft. Klingt sinnvoll – als Beamter brauchst du eine Absicherung gegen Dienstunfähigkeit. Aber genau da liegt das Problem: Du brauchst keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Du brauchst eine Dienstunfähigkeitsversicherung (DU).

Der Unterschied ist nicht semantisch. Er ist existenziell:

Eine BU zahlt, wenn du nach den Bedingungen des Versicherers deinen Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst. Eine DU zahlt, wenn dein Dienstherr dich für dienstunfähig erklärt. Das kann passieren, ohne dass die BU-Bedingungen erfüllt sind. In der Praxis heißt das: Dein Dienstherr entlässt dich aus dem Dienst, dein Gehalt fällt auf Ruhegehalt – und die BU zahlt nichts, weil sie nach eigenen Maßstäben prüft.

Warum wird trotzdem die BU verkauft? Weil sie oft höhere Provisionen bringt und weil der Verkäufer am Seminar den Unterschied entweder nicht kennt oder bewusst verschweigt. „Alles aus einer Hand" – PKV und BU vom selben Versicherer – klingt bequem, ist aber ein Verkaufsargument, keine Beratungsempfehlung.

PKV, Beihilfe, DU – alles in 60 Minuten verstehen

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7. Die 5 teuersten Fehler vor der Verbeamtung

Zusammengefasst: Diese fünf Fehler sehen wir bei Referendaren und Anwärtern am häufigsten – und sie kosten am meisten:

Fehler 1

Unter Zeitdruck unterschreiben

Die PKV-Entscheidung braucht Wochen, nicht Tage. Wer innerhalb der ersten 90 Tage im Ref unterschreibt, hat mit 95 % Wahrscheinlichkeit nicht ausreichend verglichen. Nimm dir die Zeit – kein seriöses Angebot verfällt über Nacht.

Fehler 2

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Fehler 3

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Jeder vergessene Arztbesuch kann zur Leistungsfreistellung führen – auch 10 Jahre später. Besorge dir deine Patientenakte, bevor du irgendetwas ausfüllst. Das dauert 2–3 Wochen – plane diese Zeit ein.

Fehler 4

Das Bundesland ignorieren

Dein Tarif muss in dem Land funktionieren, in dem du verbeamtet wirst – nicht nur dort, wo du dein Referendariat machst. Wenn du flexibel bleiben willst (und als Referendar solltest du das), muss der Tarif bundesweit passen.

Fehler 5

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8. Was du stattdessen tun solltest

Die gute Nachricht: Du hast es in der Hand. Die Entscheidung ist komplex, aber nicht unbeherrschbar. Hier ist dein Fahrplan für die ersten Monate im Referendariat:

Schritt 1: Nicht sofort unterschreiben. Egal was dir jemand erzählt – kein Tarif „verfällt" nächste Woche. Nimm dir mindestens 4–6 Wochen Zeit. Besser 8–12.

Schritt 2: Beihilfe deines Bundeslandes verstehen. Bevor du auch nur einen PKV-Tarif anschaust, musst du wissen, wie die Beihilfe in deinem Bundesland funktioniert. Bemessungssätze, Sonderfälle, pauschale Beihilfe ja/nein.

Schritt 3: Patientenakte anfordern. Geh zu deinem Hausarzt und bitte um eine vollständige Kopie deiner Patientenakte. Das ist dein Recht nach DSGVO. Dauert 2–3 Wochen – starte damit sofort.

Schritt 4: Beitragshistorien vergleichen. Nicht den Einstiegsbeitrag. Die Entwicklung über 10, 20, 30 Jahre. Das ist die einzige Zahl, die zählt.

Schritt 5: PKV und DU getrennt betrachten. Lass dir nicht „alles aus einer Hand" andrehen. Die beste PKV kommt selten vom selben Versicherer wie die beste DU.

Schritt 6: Bilde dich weiter. Das Uni-Seminar ist keine Bildung – es ist Vertrieb. Echte Bildung kommt von unabhängigen Quellen. Genau dafür gibt es unsere Webinare.

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Bernd Krause

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Geschäftsführer · Der Fairsicherungsladen GmbH · Seit 2005 in der Finanzbranche, über 5.000 Beratungsgespräche mit Beamten und Akademikern. Unabhängiger Versicherungsmakler auf Festgehalt – keine Provision, keine Agenda.

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