✓ Aktualisiert 2026

Private Krankenversicherung für Beamte mit Vorerkrankungen

Wie du trotz Vorerkrankungen in die PKV kommst – mit Strategien, die wirklich funktionieren

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PKV mit Vorerkrankungen: Ein Überblick

Als angehender Beamter mit Vorerkrankungen stehst du vor einer besonderen Herausforderung: Du möchtest von der Beihilfe profitieren und in die PKV wechseln – aber die Gesundheitsprüfung macht dir Sorgen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Strategie ist der PKV-Zugang auch mit Vorerkrankungen möglich.

✅ Die wichtigste Botschaft vorab

Vorerkrankungen bedeuten nicht automatisch eine PKV-Ablehnung. Es gibt verschiedene Wege – von der anonymen Risikovoranfrage über Risikozuschläge bis zur Öffnungsaktion. Entscheidend ist die richtige Strategie und ein erfahrener Berater, der den Markt kennt.

🔍 Anonyme Risikovoranfrage

Wir fragen bei allen relevanten Versicherern anonym an, wie sie deine Vorerkrankungen bewerten – ohne dass etwas gespeichert wird.

📊 Versicherer-Vergleich

Jeder Versicherer bewertet Vorerkrankungen anders. Was bei einem zur Ablehnung führt, ist beim anderen nur ein kleiner Zuschlag.

🛡️ Öffnungsaktion

Für Beamte gibt es die Öffnungsaktion – ein Sicherheitsnetz, das dir den PKV-Zugang ohne Gesundheitsprüfung ermöglicht.

Welche Vorerkrankungen sind problematisch?

Nicht jede Vorerkrankung ist gleich problematisch. Versicherer unterscheiden zwischen leichten, mittleren und schweren Risiken:

Risikostufe Beispiele Typische Folge
Leicht Heuschnupfen, leichte Allergien, einmalige Sportverletzungen, ausgeheilte Infekte Meist problemlos, evtl. kleiner Zuschlag
Mittel Asthma, Neurodermitis, leichte Rückenprobleme, Schilddrüsenerkrankungen, leichte Depressionen (ausgeheilt) Risikozuschlag 10-30% oder Leistungsausschluss
Schwer Diabetes, MS, chronische Erkrankungen, schwere psychische Erkrankungen, Krebs (auch geheilt) Hoher Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung
Sehr schwer HIV, schwere Herzerkrankungen, aktive Krebserkrankung Reguläre PKV meist nicht möglich → Öffnungsaktion

⚠️ Wichtig: Psychische Erkrankungen

Psychische Vorerkrankungen – auch wenn sie Jahre zurückliegen – werden von PKV-Versicherern besonders kritisch bewertet. Selbst eine abgeschlossene Psychotherapie kann zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen. Hier ist eine sorgfältige Strategie besonders wichtig.

Risikozuschlag, Ausschluss oder Ablehnung?

Bei Vorerkrankungen gibt es drei mögliche Reaktionen des Versicherers:

💰 Risikozuschlag

Was das bedeutet: Du zahlst einen höheren Beitrag (z.B. +15%), bekommst aber vollen Versicherungsschutz – auch für die Vorerkrankung.

Vorteil: Vollständiger Schutz

Nachteil: Dauerhaft höhere Kosten

🚫 Leistungsausschluss

Was das bedeutet: Für die Vorerkrankung und deren Folgen gibt es keine Leistung. Alles andere ist versichert.

Vorteil: Kein Beitragszuschlag

Nachteil: Lücke im Versicherungsschutz

❌ Ablehnung

Was das bedeutet: Der Versicherer nimmt dich nicht an. Das ist aber nicht das Ende – andere Versicherer bewerten möglicherweise anders.

Lösung: Öffnungsaktion oder GKV mit Beihilfe

💡 Der entscheidende Unterschied zwischen Versicherern

Dieselbe Vorerkrankung kann bei Versicherer A zur Ablehnung führen, bei Versicherer B zu 20% Zuschlag und bei Versicherer C zu einem Leistungsausschluss. Deshalb ist ein Vergleich über alle Versicherer so wichtig – und deshalb solltest du niemals direkt bei einem Versicherer anfragen, bevor du den Markt kennst.

Strategien für den erfolgreichen PKV-Antrag

✅ So gehst du vor – Schritt für Schritt:

  • Schritt 1: Alle Vorerkrankungen dokumentieren – auch die, die du für unwichtig hältst
  • Schritt 2: Anonyme Risikovoranfragen bei allen relevanten Versicherern stellen
  • Schritt 3: Angebote vergleichen – Zuschlag vs. Ausschluss vs. Ablehnung
  • Schritt 4: Kosten-Nutzen-Analyse: Lohnt sich der Zuschlag langfristig?
  • Schritt 5: Bei Ablehnung: Öffnungsaktion als Alternative prüfen
  • Schritt 6: Erst dann verbindlichen Antrag stellen

🚫 Diese Fehler unbedingt vermeiden:

  • Vorerkrankungen verschweigen: Führt zur Vertragsanfechtung im Leistungsfall
  • Direkt beim Versicherer anfragen: Ablehnungen werden gespeichert und erschweren spätere Anträge
  • Nur einen Versicherer anfragen: Du verschenkst Chancen auf bessere Konditionen
  • Panik vor der Gesundheitsprüfung: Mit der richtigen Strategie gibt es fast immer eine Lösung

In über 40 Jahren Beratung habe ich hunderte Beamte mit Vorerkrankungen erfolgreich in die PKV gebracht. Der Schlüssel ist die anonyme Voranfrage bei allen Versicherern – so findest du den Anbieter, der deine Situation am besten bewertet. Direkt bei einem Versicherer anfragen ist der größte Fehler, den du machen kannst.”

– Bernd Krause, Geschäftsführer Der Fairsicherungsladen GmbH

Die Öffnungsaktion für Beamte

Die Öffnungsaktion ist ein besonderes Sicherheitsnetz für Beamte mit schweren Vorerkrankungen:

✅ Was die Öffnungsaktion bietet:

  • PKV-Zugang ohne Gesundheitsprüfung
  • Keine Ablehnung möglich
  • Voller Versicherungsschutz (keine Ausschlüsse für Vorerkrankungen)
  • Teilnehmende Versicherer sind verpflichtet, dich aufzunehmen

⚠️ Die Einschränkungen der Öffnungsaktion:

  • Maximaler Risikozuschlag von 30% auf den Beitrag
  • Nur bei teilnehmenden Versicherern
  • Frist: Innerhalb von 6 Monaten nach Verbeamtung (auf Probe) beantragen
  • Nicht alle Tarife sind verfügbar
Aspekt Regulärer PKV-Antrag Öffnungsaktion
Gesundheitsprüfung Ja, vollständig Nein
Ablehnung möglich Ja Nein
Maximaler Zuschlag Unbegrenzt 30%
Leistungsausschlüsse Möglich Nein
Tarifauswahl Alle Tarife Eingeschränkt
Frist Keine 6 Monate nach Verbeamtung

💡 Unsere Empfehlung

Auch wenn du die Öffnungsaktion nutzen könntest, lohnt sich vorher eine anonyme Risikovoranfrage. Manchmal bekommst du regulär bessere Konditionen als über die Öffnungsaktion (z.B. nur 15% Zuschlag statt 30%, oder einen besseren Tarif).

Wann die GKV die bessere Wahl ist

Nicht für jeden Beamten mit Vorerkrankungen ist die PKV die beste Lösung. In diesen Fällen kann die GKV (mit individueller Beihilfe oder pauschaler Beihilfe) sinnvoller sein:

Sehr hohe Zuschläge

Wenn der PKV-Zuschlag über 50% liegt, kann die GKV trotz fehlender Beihilfe günstiger sein.

Viele Vorerkrankungen

Bei mehreren schweren Vorerkrankungen mit Ausschlüssen entstehen große Versicherungslücken.

Laufende Behandlungen

Wenn du aktuell teure Behandlungen brauchst, die ausgeschlossen würden.

Familienplanung

Wenn du mehrere Kinder planst und das Familieneinkommen niedrig ist, kann die GKV-Familienversicherung günstiger sein.

💡 Pauschale Beihilfe als Alternative

Einige Bundesländer bieten mittlerweile eine pauschale Beihilfe an, die einen Zuschuss zur GKV ermöglicht. So kannst du als Beamter in der GKV bleiben und trotzdem von einer Art Arbeitgeberzuschuss profitieren. Wir beraten dich gerne, ob das für dich sinnvoll ist.

Häufige Fragen zur PKV mit Vorerkrankungen

Muss ich alle Vorerkrankungen angeben?
Ja, unbedingt! Du musst alle Fragen im Antrag wahrheitsgemäß beantworten. Das betrifft meist die letzten 5-10 Jahre (je nach Versicherer). Verschwiegene Vorerkrankungen können zur Vertragsanfechtung führen – du verlierst dann den Versicherungsschutz.
Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?
Bei einer anonymen Risikovoranfrage fragen wir bei Versicherern an, wie sie deine Vorerkrankungen bewerten würden – ohne deinen Namen zu nennen. So erfährst du vorab, mit welchen Konditionen du rechnen kannst, ohne dass eine Ablehnung gespeichert wird.
Werden Ablehnungen gespeichert?
Ja, bei einem regulären Antrag wird eine Ablehnung gespeichert und kann spätere Anträge erschweren. Deshalb: Niemals direkt beim Versicherer anfragen, sondern immer zuerst anonym voranfragen!
Kann ich den Risikozuschlag später loswerden?
Bei manchen Versicherern kannst du nach einigen Jahren (meist 5-10 Jahre) eine Überprüfung beantragen. Wenn die Vorerkrankung ausgeheilt ist und keine Behandlungen mehr nötig waren, kann der Zuschlag reduziert oder gestrichen werden.
Was, wenn ich von allen Versicherern abgelehnt werde?
Dann greift die Öffnungsaktion – vorausgesetzt, du bist Beamter und hältst die 6-Monats-Frist ein. Alternativ bleibt die GKV mit pauschaler Beihilfe (in teilnehmenden Bundesländern) oder der Basistarif der PKV.

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