Beihilfevorschriften des Bundes und der Länder: Bemessungssätze, Wahlleistungen und was Ihre PKV abdecken muss
50, 70 oder sogar 90 Prozent? Zweibettzimmer und Chefarzt über die Beihilfe oder komplett über die PKV? Die Antwort hängt davon ab, wer Ihr Dienstherr ist. Hier finden Sie die Regeln des Bundes und aller 16 Länder auf einen Blick, geprüft anhand amtlicher Quellen, und was das für Ihren PKV-Tarif bedeutet.
Sie sind Referendar oder Anwärter? Dann lesen Sie auch PKV für Beamte und Referendare. Den Gesamtüberblick finden Sie bei PKV für Beamte, Akademiker im Staatsdienst zusätzlich bei PKV für Akademiker. Stand der Beihilfesätze auf dieser Seite: Oktober 2026.
Was die Beihilfe ist, und warum sie Ländersache ist
Beamte und Referendare haben durch die Beihilfeverordnungen und Besoldungsregeln einen Anspruch auf Beihilfe zu den Krankheitskosten. Beihilfe meint schlichtweg einen Zuschuss in Form einer Kostenerstattung: Ihr Dienstherr übernimmt einen festen Prozentsatz der Kosten, die durch Krankheit, Pflege oder Geburt entstehen. Diesen Prozentsatz nennt man Bemessungssatz. Den Rest sichern Sie über eine private Restkostenversicherung ab.
Wie hoch der Bemessungssatz ist und was genau erstattet wird, steht in der Beihilfeverordnung Ihres Dienstherrn. Und da fängt es an. Der Bund hat seine eigene, jedes Land hat seine eigene. Bayern zahlt das Zweibettzimmer, Berlin nicht. Sachsen erstattet für Kinder 90 Prozent, Baden-Württemberg 80. Hessen rechnet ganz anders als alle anderen.
Wie Ihre PKV zur Beihilfeverordnung Ihres Bundeslandes passen muss, erkläre ich im Video:
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Mehr InformationenBernd Krause erklärt, warum die PKV von Beamten zur Beihilfeverordnung des jeweiligen Dienstherrn passen muss.
Welche Länder bei Zweibettzimmer und Chefarzt einen Zusatzbeitrag verlangen oder gar nichts zahlen, lesen Sie ausführlich bei den Einschränkungen der Beihilfe bei Wahlleistungen.
Beihilfesätze aller Dienstherren auf einen Blick
Die Übersicht zeigt die Regelbemessungssätze und ob die Beihilfe Wahlleistungen im Krankenhaus erstattet, also Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung. Wo die Beihilfe keine Wahlleistungen zahlt, muss Ihr PKV-Tarif sie zu 100 Prozent abdecken, wenn Sie darauf Wert legen.
| Dienstherr | Beihilfeberechtigter | mit zwei oder mehr Kindern | Ehegatte / Lebenspartner¹ | Versorgungsempfänger | Kinder | Wahlleistungen im Krankenhaus |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bund | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | ja, mit Eigenbeteiligung je Krankenhaustag |
| Baden-Württemberg | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | nur gegen 22 € im Monat |
| Bayern | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | ja, mit Eigenbeteiligung je Krankenhaustag |
| Berlin | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | nein |
| Brandenburg | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | nein |
| Bremen | 50 % | 70 % | 70 % | 60 % (bis 80 % mit Angehörigen) | 80 % | nein |
| Hamburg | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | nein |
| Hessen | familienbezogen, siehe unten | nur gegen 18,90 € im Monat | ||||
| Mecklenburg-Vorpommern | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | nein |
| Niedersachsen | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | nein |
| Nordrhein-Westfalen | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | ja, mit Eigenbeteiligung je Krankenhaustag |
| Rheinland-Pfalz | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | nur gegen 26 € im Monat |
| Saarland | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | nein |
| Sachsen | 50 % (70 % mit einem Kind) | 90 % | 90 %² | 70 % (90 % mit zwei oder mehr Kindern) | 90 % | ja, mit Eigenbeteiligung je Krankenhaustag |
| Sachsen-Anhalt | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | ja, mit Eigenbeteiligung je Krankenhaustag |
| Schleswig-Holstein | 50 % | 70 % | 70 % (90 % bei zwei oder mehr Kindern) | 70 % | 80 % (90 % bei drei oder mehr Kindern) | nein |
| Thüringen | 50 % | 70 % | 70 % | 70 % | 80 % | ja, mit Eigenbeteiligung je Krankenhaustag |
¹ Ehegatten und Lebenspartner sind nur berücksichtigungsfähig, wenn ihre Einkünfte unter der Einkommensgrenze des jeweiligen Dienstherrn liegen. ² In Sachsen gelten 70 Prozent, wenn der Ehegatte als Rentner in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist. Für die Pflegeversicherung gelten teils abweichende Sätze, in der sozialen Pflegeversicherung generell 50 Prozent. Bei einigen Konstellationen, etwa wenn beide Eltern beihilfeberechtigt sind, gelten Sonderregeln. Welcher Satz bei Ihnen gilt, steht in Ihrem Beihilfebescheid.
Dazu kommt ein Posten, den viele erst beim ersten Bescheid bemerken: Einige Länder, darunter Baden-Württemberg, Bremen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Schleswig-Holstein, ziehen jedes Jahr eine Kostendämpfungspauschale von der Beihilfe ab, gestaffelt nach Besoldungsgruppe. Das ist ein Selbstbehalt, den Ihnen der Dienstherr vorgibt.
Sie wissen jetzt, was Ihr Dienstherr zahlt. Welcher Restkostentarif genau dort anschließt, prüfen wir mit Ihnen anhand Ihrer Beihilfeverordnung.
Meine Beihilfe-Lücken prüfen lassenBeihilfe Baden-Württemberg
Lange galt in Baden-Württemberg eine Stichtagsregel: Wer nach dem 31.12.2012 beihilfeberechtigt wurde, bekam schlechtere Sätze, etwa nur 50 Prozent trotz zwei Kindern. Diese Unterscheidung ist Geschichte. Für Aufwendungen ab dem 01.01.2023 gelten für alle Beihilfeberechtigten dieselben Bemessungssätze, egal wann sie eingestellt wurden. Mehr dazu bei den geänderten Beihilfesätzen in Baden-Württemberg.
| Personengruppe | Bemessungssatz |
|---|---|
| Beihilfeberechtigte ohne Kinder oder mit einem berücksichtigungsfähigen Kind | 50 % |
| Beihilfeberechtigte mit mindestens zwei berücksichtigungsfähigen Kindern | 70 % |
| Berücksichtigungsfähige Ehegatten oder Lebenspartner | 70 % |
| Berücksichtigungsfähige Kinder und selbst beihilfeberechtigte Vollwaisen | 80 % |
| Versorgungsempfänger (Ruhestand, Witwe, Witwer) | 70 % |
| Entpflichtete Hochschullehrer | 50 % |
Waren einmal drei oder mehr Kinder berücksichtigungsfähig, sinkt der Satz von 70 Prozent nicht wieder ab, wenn Kinder später wegfallen. Für Wahlleistungen im Krankenhaus verlangt Baden-Württemberg einen monatlichen Betrag von 22 €, der von den Bezügen einbehalten wird. Die Entscheidung muss fristgerecht nach der Einstellung fallen und lässt sich später nicht ohne Weiteres nachholen. Für Referendare: Beihilfe und PKV für Referendare in Baden-Württemberg. Mehr zum Thema beim Landesamt für Besoldung und Versorgung.
Beihilfe Rheinland-Pfalz
| Personengruppe | Bemessungssatz |
|---|---|
| Beamte, emeritierte Hochschullehrer | 50 % |
| Beihilfeberechtigte mit zwei oder mehr Kindern im Familienzuschlag | 70 % |
| Versorgungsempfänger: Ruhestandsbeamte, Witwen, Witwer | 70 % |
| Berücksichtigungsfähige Ehegatten oder Lebenspartner (Einkunftsgrenzen beachten) | 70 % |
| Berücksichtigungsfähige Kinder und beihilfeberechtigte Waisen | 80 % |
Den erhöhten Satz von 70 Prozent bei zwei oder mehr Kindern bekommt nur, wer den kinderbezogenen Anteil im Familienzuschlag bezieht. Sind beide Eltern beihilfeberechtigt, sollte man das bewusst regeln. Wie Familien das sinnvoll lösen, lesen Sie im Ratgeber PKV für Beamtenfamilien.
Wahlleistungen im Krankenhaus gibt es in Rheinland-Pfalz nur gegen 26 € im Monat. Der Betrag schließt die berücksichtigungsfähigen Angehörigen ein. Die Erklärung muss innerhalb von drei Monaten nach Begründung des Beamtenverhältnisses oder nach einer Versetzung nach Rheinland-Pfalz abgegeben werden, bei Hinterbliebenen innerhalb von sechs Monaten. Wer die Frist verpasst oder später widerruft, kommt nur bei einem dieser Anlässe wieder hinein. Mit dem Ruhestand endet die Wahlmöglichkeit.
Insider aus der Beratung: 26 € im Monat beim Land oder 100 Prozent Wahlleistungen in der PKV? Im Referendariat ist die PKV-Variante oft günstiger. Ab der Probezeit und mit Kindern kippt die Rechnung häufig, weil die 26 € für die ganze Familie gelten. Das rechnen wir für Ihre Situation durch, bevor die Frist abläuft.
Für Referendare: Beihilfe und PKV für Referendare in Rheinland-Pfalz. Mehr beim Landesamt für Finanzen Rheinland-Pfalz.
Zusatzbeitrag beim Land oder Wahlleistungen in der PKV? Wir rechnen beide Wege für Ihre Familie durch.
Wahlleistungen durchrechnen lassenBeihilfe Sachsen: bis zu 90 Prozent
Sachsen hat seine Bemessungssätze deutlich angehoben. Für Aufwendungen ab dem 01.01.2024 gilt:
| Personengruppe | Krankheitsfall | Private Pflegeversicherung |
|---|---|---|
| Beihilfeberechtigte ohne Kinder | 50 % | 50 % |
| Beihilfeberechtigte mit einem Kind | 70 % | 50 % |
| Beihilfeberechtigte mit zwei oder mehr Kindern | 90 % | 70 % |
| Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner (Einkommensgrenze beachten) | 90 % (70 %, wenn als Rentner GKV-pflichtversichert) | 70 % |
| Berücksichtigungsfähige Kinder | 90 % | 80 % |
| Versorgungsempfänger ohne oder mit einem Kind | 70 % | 70 % |
| Versorgungsempfänger mit zwei oder mehr Kindern | 90 % | 70 % |
| Witwen und Witwer | 70 % (90 % unter bestimmten Voraussetzungen) | 70 % |
| Waisen | 80 % (90 % bei Versorgungsfall ab 01.01.2024) | 80 % |
Bei mehreren Beihilfeberechtigten erhält nur einer den erhöhten Satz. Für die PKV heißt das: Wer in Sachsen Kinder hat, braucht oft nur noch einen Restkostentarif über 10 Prozent. Wer seinen Vertrag vor der Anhebung abgeschlossen hat, zahlt womöglich für mehr Schutz, als er braucht. Mehr beim Landesamt für Steuern und Finanzen Sachsen.
Hessen und Bremen: zwei Sonderwege
Hessen rechnet die Beihilfe familienbezogen, Bremen geht im Ruhestand einen eigenen Weg. Beides gehört in die Tarifwahl.
Hessen
- Grundsätzlich 50 Prozent.
- Plus 5 Prozent für jede im Familienzuschlag berücksichtigte Person, bis maximal 70 Prozent.
- Plus 10 Prozent für Versorgungsempfänger.
- Für stationäre Leistungen plus 15 Prozent, bis maximal 85 Prozent.
- Anwärter erhalten pauschal 70 Prozent, einschließlich der Angehörigen.
- Wahlleistungen im Krankenhaus nur gegen einen Einbehalt von 18,90 € im Monat. Die Erklärung muss innerhalb von drei Monaten nach Eintritt in den Dienst abgegeben werden.
Bremen
- Aktive Beamte erhalten 50 Prozent, mit zwei oder mehr Kindern 70 Prozent, Angehörige 70 Prozent, Kinder 80 Prozent.
- Die Besonderheit: Versorgungsempfänger ohne berücksichtigungsfähige Angehörige erhalten nur 60 Prozent, mit Angehörigen gestaffelt bis 80 Prozent. Die PKV muss im Ruhestand also mehr tragen als in den meisten anderen Ländern.
- Wahlleistungen im Krankenhaus sind nicht beihilfefähig. Zweibettzimmer und Chefarzt müssen komplett über die PKV laufen.
- Statt der klassischen Beihilfe kann die pauschale Beihilfe gewählt werden.
Familienbezogene und gestaffelte Sätze haben eine Tücke: Sie ändern sich mit dem Leben. Heirat, Kinder, Auszug der Kinder, Ruhestand. Jedes Mal verschiebt sich der Anteil, den Ihre PKV tragen muss. Mehr dazu im Abschnitt Vertragsgestaltung der Restkostenversicherung.
Hamburg und die pauschale Beihilfe
Hamburg war das erste Land, das Beamten die Wahl gelassen hat: klassische Beihilfe oder pauschale Beihilfe.
- Die pauschale Beihilfe ist ein Zuschuss von 50 Prozent zum nachgewiesenen Krankenversicherungsbeitrag, egal ob gesetzlich oder privat vollversichert.
- Bei privat Versicherten ist der Zuschuss auf 50 Prozent des Beitrags im Basistarif begrenzt.
- Die Entscheidung ist unwiderruflich, also für die Dauer der Verbeamtung.
- Für die Pflegepflichtversicherung gibt es keine Pauschale. Hier bleibt der Beihilfeanspruch bestehen.
Inzwischen bieten weitere Dienstherren die pauschale Beihilfe an, darunter Berlin, Brandenburg, Bremen, Thüringen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen, in Schleswig-Holstein nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Bedingungen unterscheiden sich im Detail.
Für wen sie sich lohnt? Meist für Beamte mit Vorerkrankungen, die in der PKV nur mit hohen Zuschlägen aufgenommen würden, oder für Familien mit vielen Kindern und einem Partner ohne eigenes Einkommen. Für gesunde Beamte ist die klassische Beihilfe mit PKV in aller Regel deutlich günstiger. Prüfen Sie die Entscheidung, bevor Sie sie treffen. Danach geht es nicht mehr.
Sonderfall Polizeibeamte und Soldaten
Viele Polizeibeamte und Soldaten erhalten statt Beihilfe freie Heilfürsorge, zumindest während der Ausbildung. Danach wechseln einige Länder in die Beihilfe, andere behalten die Heilfürsorge bei, teils nur gegen einen Eigenanteil vom Grundgehalt. Die Regeln ändern sich häufig und hängen auch von der Laufbahn ab. Die Übersicht ist deshalb eine Orientierung, maßgeblich ist die Auskunft Ihrer Dienststelle.
| Dienstherr | während der Ausbildung | nach der Ausbildung |
|---|---|---|
| Bundeswehr | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge |
| Bundespolizei | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge |
| Baden-Württemberg | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge |
| Bayern | freie Heilfürsorge | Beihilfe |
| Berlin | im einfachen und mittleren Dienst freie Heilfürsorge | Beihilfe |
| Brandenburg | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge |
| Bremen | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge |
| Hamburg | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge gegen Eigenanteil vom Grundgehalt, sonst Beihilfe |
| Hessen | Beihilfe | Beihilfe |
| Mecklenburg-Vorpommern | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge |
| Nordrhein-Westfalen | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge |
| Niedersachsen | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge gegen Eigenanteil vom Grundgehalt, sonst Beihilfe |
| Rheinland-Pfalz | Beihilfe | freie Heilfürsorge während des Dienstes in der Bereitschaftspolizei, sonst Beihilfe |
| Saarland | Beihilfe | Beihilfe |
| Sachsen | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge |
| Sachsen-Anhalt | freie Heilfürsorge | freie Heilfürsorge gegen Besoldungseinbehalt, sonst Beihilfe |
| Schleswig-Holstein | freie Heilfürsorge gegen Eigenanteil vom Grundgehalt, sonst Beihilfe | freie Heilfürsorge gegen Eigenanteil vom Grundgehalt, sonst Beihilfe |
| Thüringen | freie Heilfürsorge | Beihilfe |
Wichtig: Freie Heilfürsorge gilt nur für Sie selbst, nicht für Ihre Familie. Und wer später in die Beihilfe wechselt, braucht ab diesem Tag eine passende PKV, mit dem Gesundheitszustand von dann. Mit einer Anwartschaft sichern Sie sich schon heute Ihren aktuellen Gesundheitszustand für diesen Wechsel.
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Anwartschaft prüfen lassenWas das für Ihre PKV bedeutet
Keine Beihilfe deckt 100 Prozent. Es bleibt ein Rest, für den Sie eine Restkostenversicherung brauchen. Und die Prozentsätze sind nur die halbe Wahrheit. Die Beihilfeverordnungen weichen auch bei den Leistungen stark voneinander ab: bei Brillen, beim Zahnersatz, bei Kur und Reha, beim Krankenhaus. Jede Lücke, die die Beihilfe lässt, muss Ihr Tarif schließen. Sonst zahlen Sie sie selbst.
Bevor Sie Tarife vergleichen, sollten deshalb drei Fragen geklärt sein:
- Wer ist Ihr Dienstherr, und welcher Beihilfeverordnung unterliegen Sie?
- Wie hoch ist Ihr Bemessungssatz, heute und mit Familie?
- Was deckt die Beihilfe ab, und welche Lücken bleiben?
Erst dann ergeben Leistungs- und Tarifvergleiche einen Sinn. Und erst dann sollte man sich an die Gesundheitsfragen setzen.
Wenn sich Ihr Bemessungssatz ändert
Das passiert öfter, als man denkt. Das zweite Kind kommt, der Satz steigt von 50 auf 70 Prozent. Die Kinder fallen aus dem Familienzuschlag, der Satz sinkt wieder. Sie gehen in Pension, der Satz steigt auf 70 Prozent. Ein Land reformiert seine Beihilfe, wie Sachsen oder Baden-Württemberg. Jedes Mal muss Ihr Restkostentarif mitwandern.
Sinkt die Beihilfe, haben Sie nach dem Versicherungsvertragsgesetz ein wichtiges Recht: Sie können Ihren PKV-Schutz ohne neue Gesundheitsprüfung aufstocken, wenn Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung stellen. Wer die Frist verpasst, muss sich unter Umständen neu prüfen lassen. Steigt die Beihilfe, sollten Sie Ihren Tarif reduzieren, sonst zahlen Sie für Schutz, den Sie nicht mehr brauchen.
Ein Baustein hilft dabei besonders: der Beihilfeergänzungstarif. Er füllt Lücken der Beihilfe und stockt bei Kürzungen auf, je nach Formulierung im Kleingedruckten. Genau dort lohnt der Blick, wie im Buch-Abschnitt weiter unten beschrieben. Ob Sie Wahlleistungen und Beihilfeergänzung behalten sollten, wenn der Beitrag drückt, lesen Sie bei Wahlleistungen und Beihilfeergänzung: behalten oder streichen?.
Weiterlesen: Krankenversicherung für Beamte und Referendare, die Gesundheitsprüfung in PKV und BU und unser E-Book zur PKV-Entscheidung für Beamte. Wer das Thema einmal von Grund auf verstehen will: Onlinekurs Beihilfe und PKV.
Stand der Beihilfesätze: Oktober 2026. Gilt für Beamte, Anwärter und Referendare, etwa in Verwaltung, Justiz, Polizei und Lehramt. Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist die geltende Beihilfeverordnung Ihres Dienstherrn. Quellen unter anderem: Landesamt für Steuern und Finanzen Sachsen, LfF Rheinland-Pfalz, Merkblatt Wahlleistungen, Regierungspräsidium Kassel, Merkblatt Hessische Beihilfenverordnung.
Und Ihre Dienstfähigkeit? Ein Gespräch, eine Gesundheitsprüfung
Krankentagegeld brauchen Beamte meist nicht, denn die Besoldung läuft im Krankheitsfall weiter. Das größere Risiko liegt woanders: Wer als Beamter auf Widerruf oder auf Probe dienstunfähig wird, wird in der Regel ohne Ruhegehalt entlassen.
Deshalb gehört die Dienstunfähigkeit in dasselbe Gespräch wie die PKV. Die Gesundheitsfragen ähneln sich, der Blickwinkel ist ein anderer: Die PKV fragt, ob weitere Behandlungskosten zu erwarten sind. Die DU-Versicherung fragt, ob Ihr Dienst auf Dauer gefährdet ist. Dieselbe Akte, zwei Blickwinkel, ein Termin. Und wer beides gemeinsam vorbereitet, gibt nicht zweimal unterschiedliche Angaben ab.
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Dienstherr, Beihilfeverordnung, Bemessungssatz heute und mit Familie, Wahlleistungen beim Land oder in der PKV: Wir klären zuerst, was die Beihilfe leistet.
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„Ich bin als Lehrer mit dem Thema private Krankenversicherung zunächst mit der Vorstellung an die Sache herangegangen, dass man im Grunde nur verschiedene Tarife und deren Beiträge miteinander vergleichen muss. Relativ schnell habe ich bei der Beratung mit Herrn Krause gemerkt, dass die Unterschiede deutlich komplexer sind. [...] Ich hatte nicht das Gefühl, einfach möglichst schnell zu einem bestimmten Tarif gebracht zu werden.“
„Bei mir stand nach der Verbeamtung ein Wechsel in die PKV zusammen mit zwei Kleinkindern an. Es wurde schnell klar, dass man eine solche Entscheidung nicht leichtfertig treffen und bestenfalls einen Experten an seiner Seite haben sollte. [...] In unseren Gesprächen, meist per Videocall, hatte ich immer das Gefühl, dass es hier ausschließlich um die beste Lösung für uns geht.“
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Häufige Fragen zur Beihilfe
In den meisten Ländern und beim Bund erhalten aktive Beamte 50 Prozent, mit zwei oder mehr Kindern 70 Prozent. Ehegatten und Versorgungsempfänger erhalten meist 70 Prozent, Kinder 80 Prozent. Abweichungen gibt es vor allem in Sachsen (bis 90 Prozent), Hessen (familienbezogene Sätze), Bremen (60 Prozent im Ruhestand) und Schleswig-Holstein.
In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein sind Zweibettzimmer und Chefarzt nicht beihilfefähig. Dort muss die PKV diese Leistungen zu 100 Prozent abdecken, wenn man Wert darauf legt.
In Baden-Württemberg (22 Euro), Hessen (18,90 Euro) und Rheinland-Pfalz (26 Euro). Der Betrag wird von den Bezügen einbehalten und muss fristgerecht nach der Einstellung gewählt werden. Wer die Frist verpasst, kann ihn meist nicht nachholen.
Nein. Für Aufwendungen ab dem 01.01.2023 gelten für alle Beihilfeberechtigten dieselben Sätze, egal wann sie eingestellt wurden: 50 Prozent, mit zwei Kindern 70 Prozent, für Ehegatten und Versorgungsempfänger 70 Prozent, für Kinder 80 Prozent.
Für Aufwendungen ab dem 01.01.2024 erhalten Beamte mit einem Kind 70 Prozent, mit zwei oder mehr Kindern 90 Prozent. Ehegatten und Kinder erhalten in der Regel 90 Prozent. Wer seinen PKV-Vertrag vorher abgeschlossen hat, sollte prüfen, ob der Restkostentarif noch passt.
Sinkt die Beihilfe, können Sie Ihren PKV-Schutz ohne neue Gesundheitsprüfung aufstocken, wenn Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung stellen. Steigt die Beihilfe, etwa durch Kinder oder den Ruhestand, sollten Sie den Tarif reduzieren, um nicht für überflüssigen Schutz zu zahlen.
Statt der klassischen Beihilfe zahlt der Dienstherr einen Zuschuss von 50 Prozent zum Krankenversicherungsbeitrag, auch für gesetzlich Versicherte. Die Wahl ist in der Regel unwiderruflich. Angeboten wird sie unter anderem in Hamburg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Thüringen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen.
Im Regelfall gibt es kein separates Beratungshonorar und keine Mehrkosten gegenüber einem Direktabschluss. Kommt ein Vertrag über uns zustande, erhalten wir die vorgesehene Vermittlungsvergütung vom Versicherer. Unsere Berater arbeiten auf Festgehalt.
Aus meinem Buch: Beratung rückwärts denken
In meinem Buch „Der Finanzplaner für Akademiker" steht ein Gedanke, den ich jedem Referendar und Anwärter mitgebe:
„Beamte müssen jedoch aufpassen, da nach der Ausbildungszeit die Rabatte wegfallen und die Tarife dann je nach Anbieter sogar überproportional teurer werden. Hier muss der Beratungsstrang also rückwärts, im Prinzip von der Zeit nach der Ausbildung hin zur Zeit in der Ausbildung erfolgen, um den besten Tarif ermitteln zu können."
Aus „Der Finanzplaner für Akademiker", Kapitel 6Und zum Beihilfeergänzungstarif: Er sollte im Kleingedruckten bezüglich der Aufstockung sehr offen formuliert sein. Genau das prüfen wir, bevor wir einen Tarif empfehlen.
Mehr zum Inhalt auf der Buchseite. Und wer lieber lernt als liest: der Onlinekurs PKV für Angestellte und Freiberufler.
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Über den Autor: Bernd Krause
Bernd Krause führt den Fairsicherungsladen in zweiter Generation, gegründet 1983 von seinem Vater. Er ist Autor des Buchs „Der Finanzplaner für Akademiker" und erklärt auf YouTube in über 200 Videos, wie Versicherungen wirklich funktionieren. Sein Antrieb: dafür sorgen, dass kluge Menschen keine dummen Versicherungen abschließen, sondern endlich Ruhe haben.
Beihilfe ist Ländersache. Ihr Tarif auch.
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Der Fairsicherungsladen GmbH | Waldstr. 65 | 76133 Karlsruhe | anfrage@fair-ka.de | Tel. 0721 358 369 | Karlsruhe, Landau und online deutschlandweit
