Beihilfevorschriften des Bundes und der Länder

Beamte und Referendare haben durch die Beihilfeverordnungen und Besoldungsregeln einen Anspruch auf Beihilfe zu den Krankheitskosten. Beihilfe meint damit schlichtweg einen Zuschuss in Form einer Kostenerstattung von X-Prozent der durch eine Krankheit entstandenen Kosten.

Der Erstattungsanspruch ist in der jeweils zutreffenden Beihilfeverordnung genauer definiert und umfasst Art und Höhe des Erstattungsumfangs.

Vorsicht: Beihilfe ist Ländersache! …und ist immer etwas anders.

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Beihilfe Baden-Württemberg

Mehr zum Thema: http://www.lbv.bwl.de/service/beihilfeverordnung/ und http://www.lbv.bwl.de/fachlichethemen/beamte/beihilfe/

Die Beihilfe bemisst sich nach einem Prozentsatz der beihilfefähigen Aufwendungen (=Regelbemessungssatz). Der Bemessungssatz ist davon abhängig, ob die beihilfeberechtigte Person am 31.12.2012 „vorhanden“, also am 31.12.2012 bereits beihilfeberechtigt im Sinne des § 2 Absatz 1, 3 und 4 Beihilfeverordnung war oder nicht (Stichtagsregelung).

 

a) Waren Sie am 31.12.2012 bereits beihilfeberechtigt im Sinne des § 2 Absatz 1, 3 und 4 Beihilfeverordnung, dann beträgt der Regelbemessungssatz für Aufwendungen in Geburts-, Krankheits-, Pflege- und Todesfällen sowie der Gesundheitsvorsorge für:

Sie als beihilfeberechtigte/r Beamtin/Beamter ohneKinder oder mit einem berücksichtigungsfähigem Kind

   50 %

Sie als beihilfeberechtigte/r Beamtin/Beamter mit mindestens zwei berücksichtigungsfähigen Kindern

   70 %

Ihre/n berücksichtigungsfähige/n Ehegattin/Ehegatten

   70 %

Ihre/n berücksichtigungsfähige/n Lebenspartner/innach dem Lebenspartnerschaftsgesetz

   70 %

Ihr berücksichtigungsfähiges Kind

   80 %

Sie als Empfänger/in von Versorgungsbezügen
(Beamtin/Beamter im Ruhestand, Witwe, Witwer)

   70 %

Sie als Waise

   80 %

Sie als entpflichtete Hochschullehrer/in

   50 %

 

Hinweis: Die nachfolgenden Fragen und Erläuterungen unter a) gelten ausschließlich für die beihilfeberechtigte Personen, die am 31.12.2012 „vorhanden“, also am 31.12.2012 bereits beihilfeberechtigt im Sinne des § 2 Absatz 1, 3 und 4 Beihilfeverordnung waren.

 

 

Beihilfe Rheinland-Pfalz

Die Beihilfe bemisst sich nach einem Vomhundertsatz der beihilfefähigen Aufwendungen (Bemessungssatz). Der Bemessungssatz beträgt für Aufwendungen, die entstanden sind für

1.

den Beihilfeberechtigtigen

Beamte
emeritierte Hochschullehrer

50 %.

2.

den Empfänger von Versorgungsbezügen,
die als solche beihilfeberechtigt sind

Ruhestandsbeamte
Witwen / Witwer

70 %.

3.

den berücksichtigungsfähigen Ehegatten
oder Lebenspartner

Einkunftsgrenzen sind zu beachten

70 %.

4.

– ein berücksichtigungsfähiges Kind
– eine Waise, die als solche beihilfeberechtigt ist

 

80 %

Sind zwei oder mehr Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig, so beträgt der Bemessungssatz für den Beihilfeberechtigten nach Nr. 1 70 v.H.. Bei mehreren Beihilfeberechtigten gilt dies nur für die beihilfeberechtigte Person, die den kinderbezogenen Anteil im Familienzuschlag bezieht. Hierzu beachten Sie auch die Erläuterungen unter Kinder und die unten stehenden Ausführungen zur Konkurrenz beim Familienzuschlag.

Mehr zum Thema: https://www.lff-rlp.de/fachliche-themen/beihilfe/

 

Fazit

Wie Sie feststellen können werden keine 100% der entstehenden Kosten durch die Beihilfe gedeckt, sondern es verbleibt eine Rest, für den man eine Restkostenversicherung benötigt.

Außer den Einschränkungen im prozentualen Anteil der Erstattung gibt es auch Einschränkungen im Bereich der Leistungsfelder, zum Beispiel für Brillen oder stationäre Behandlung im Krankenhaus.

Die unterschiedlichen Beihilfeverordnungen der Länder weichen oftmals stark voneinander ab, beispielsweise bei Zahnersatz oder stationären Unterbringung. Ebenfalls ein wichtiger und nicht zu vernachlässigender Punkt sind Kur- und Rehaleistungen.

Sowohl Erstattungssätze als auch Leistungsumfänge sollten vorab geprüft werden, bevor die geeignete private Krankenversicherung gesucht werden kann.

Folgende Fragen sind daher vorab zu beantworten:

  • Wer ist der Dienstherr und welcher Beihilfeverordnung unterliegen Sie?
  • Wie hoch ist Ihr prozentualer Beihilfeanspruch?
  • Was deckt die Beihilfe ab und welche Lücken bestehen?

Sobald Sie diese Fragen und damit Ihre Beihilfeansprüche geklärt haben,  können Sie sich darüber Gedanken machen, welcher Versicherungsschutz Sie interessiert und wie für Sie die bestmögliche Absicherung aussehen könnte.

Damit haben Sie dann die Grundlagen für die in der Beratung folgenden Leistungs- und Tarifvergleiche für die Restkostenversicherung.

Wichtig sind natürlich auch die Gesundheitsfragen

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Schlagworte: Beihilfevorschriften, Länder, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Beamte